Billig kommt oft teuer

Da Werner letzten Donnerstag zu einer Sondervorstellung von „Plastic Planet“ nach Graz gekommen war, hatte ich mir den Film mit ein paar FreundInnen noch einmal (zum 3. Mal!) angesehen.

Bei der anschließenden Podiumsdiskussion war auch Ulrike Kabosch von der Arge Abfallvermeidung anwesend. Sie empfahl unter anderem eine Broschüre des Lebensministeriums als Leitfaden für den Einkauf von Schulartikeln. Da ich in diesem Bereich noch kaum gute Alternativen gefunden hatte, erhoffte ich mir natürlich ein paar brauchbare Tipps für den nächsten „Schuleinkauf“.

Clever einkaufen für die Schule – die Kinder haben es gewusst!

Es ist doch schön, wenn man von seinen Kindern lernen kann! – das war der vorherrschende Gedanke beim Durchblättern der Broschüre „Clever einkaufen für die Schule“. Marlenes Unzufriedenheit mit den ständig abbrechenden Farbstiften, unzählige zerbrochene Plastikspitzer und Lineale, ein Billigfederpennal mit Füllung, das nach zwei Wochen Gebrauch bereits in ebenso viele Teile zerfallen war,….das alles erschien vor meinem geistigen Auge. Gleichzeitig fielen mir auch wieder Marlenes mahnende Worte dazu ein: „Mama, wir  müssen endlich g´scheite Stifte kaufen! Das bringt nix, wenn du immer wieder das gleiche Klumpert kaufst!“

Als wir im Zuge unserer Hausräumaktion die große Plastikbox, die zur Aufbewahrung der Stifte gedient hatte, entfernten und den Inhalt in eine Holzkiste umfüllten, wurde mir bewusst, wie viele kaputte oder halbkaputte Stifte, Spitzer, Lineale,…usw. die Kinder im Laufe der Jahre „gesammelt“ hatten. Schon damals schwante mir, dass in Summe gesehen, vielleicht doch die Anschaffung von qualitativ hochwertigeren Schreibgeräten günstiger gewesen wäre.

Billig ist manchmal gefährlich

Abgesehen davon wurde mir beim genaueren Studium der Broschüre auch klar, dass man die „Billigprodukte“ auch in diesem Bereich zumindest teilweise mit einem deutlich höheren Gesundheitsrisiko bezahlt. Das gilt vor allem für alle Arten von Schreibgeräten und Farben, Klebstoffe und Radiergummis (die teilweise sogar aus PVC bestehen!) umso mehr, da sie ja bei Kindern sehr oft mit der Haut in Berührung kommen und teilweise auch in den Mund genommen werden.

Es lohnt sich also in jedem Fall Produkte zu wählen, die möglichst wenige Schadstoffe enthalten. Abgesehen davon kann man durch den Kauf von nachfüllbaren Stiften, Klebstoffen und Tintenpatronen (Konvertern) den Plastikmüll deutlich reduzieren.

Ich möchte diese Broschüre wirklich allen Eltern mit schulpflichtigen Kindern sehr ans Herz legen, vor allem weil auch alle gängigen Kennzeichnungen, auf die man achten sollte, darin genau erklärt sind.

Wir werden vorerst einmal die Füllfedern der Kinder mit Konvertern (2€/Stück) nachrüsten, die dann aus dem Tintenfass zu befüllen sind. Ich bin schon ziemlich gespannt, wie das funktioniert. Das wird unter Umständen eine lustige Geschichte…

Bei Klebstoffen gibt es zum Beispiel von UHU eine ganze Palette von nachfüllbaren und Lösungsmittel freien Produkten, die mir auch für Schulklassen sehr geeignet erscheinen.Vielleicht gelingt es mir, so etwas zumindest für die Volksschulklasse von Leonard durchzusetzen.

Außerdem werde ich in Zukunft unlackierte Stifte mit gut eingeleimter Mine (bricht nicht so leicht!), Radiergummis aus Naturkautschuk, Metallspitzer, Holzlineale, nachfüllbare Textmarker und Wachsmalstifte mit Papierumhüllung kaufen. Um die hochwertigeren Stifte auch wirklich gut aufbrauchen zu können, werde ich außerdem noch so genannte „Stiftverlängerer“ besorgen.

Marlene kommentierte meine neuen Erkenntnisse übrigens schelmisch grinsend lediglich mit einem: „Na, früh kommst drauf!“

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Die Nachttischlampe. Oder: Wie ein plastikfreies Geschenk alles ins Rollen brachte

Meine Nachttischlampe ( Halogenlampe aus blauem Kunststoff, Anschaffungspreis rund 5 €) hat ein bewegtes Leben hinter sich.

Da neben meinem Bett eigentlich nie wirklich Platz für ein Nachtkasterl war, musste sie lange Zeit ihr Dasein auf dem Boden neben dem Bett fristen, zumeist eingebettet in einige Bücherberge, Zeitungen und diverse Schreibunterlagen. Manchmal habe ich sie sogar zum Lesen ins Bett geholt, wenn die Bücherberge zu hoch wurden…

Plastik ist doch so praktisch…

Der Zustand war aber doch ein wenig unbefriedigend, da sich das ganze Szenario direkt vor meinem Kleiderkasten abspielte und ich sowohl Lampe ( Plastik ist ja so leicht…) als auch Bücherberge zumindest bei jedem zweiten Versuch, Kleidung aus dem Kasten zu holen, zu Fall brachte. Das wurde auch nicht besser, als ich  – damals, einige Zeit bevor ich „Plastic Planet“ gesehen habe und der Film mein Leben veränderte! – das ultimative Plastikergänzungsstück zu meiner Lampe gefunden hatte, nämlich eine durchsichtige Plastikkiste auf Rollen mit blauem Plastikdeckel, die bis zu unserem Experiment als bewegliches Nachtkasterl gedient hat. Sehr praktisch – zumindest auf den ersten Blick….Mein morgendliches Ungestüm führte aber immer wieder dazu, dass ich das „Nachtkasterl“ weiter wegrollte, als es die Kabellänge meiner Lampe zuließ und es dadurch zu mehr oder weniger starken Kettenreaktionen kam. Diese „Abstürze“ machten meine Lampe nicht gerade schöner, aber zugegeben, sie war ja ohnehin nie besonders hübsch.

Ein Geburtstagsgeschenk bringt alles ins Rollen

Auch als ich während der Vorbereitung meines Geburtstagsfestes beschloss, mich von dem rollenden Plastikungetüm neben meinem Bett zu trennen und ein gebrauchtes Nachtkasterl auf meine Geburtstagswunschliste zu setzen, wurde die Lampe noch nicht in Frage gestellt. Erst als ich dann das schöne alte Nachtkasterl, das ich von Werner zum Geburtstag bekommen hatte, an seinen Platz stellen wollte, fiel die Plastiklampe wirklich negativ auf!

Noch ein  Überraschungsgeschenk von Werner

Bei seinem nächsten Besuch brachte Werner dann noch ein nachträgliches Geburtstagsgeschenk mit: Eine wunderschöne Edelstahllampe, die die Firma Polzhofer (die offenbar durch Werner auf mein Lampendilemma und das Experiment aufmerksam geworden war)  mir geschenkt hatte.

Das einzige Plastikteil daran ist das Kabel. Die Lampe ist groß und wunderschön und kann einfach nicht vor einem Kleiderkasten auf einem Nachtkasterl stehen, das ständig hin– und hergeschoben wird. Wir werden also diese beiden wunderbaren neuen Stücke zum Anlass nehmen, die Umstellung unseres Schlafzimmerinventars (von der wir eigentlich eh schon seit Jahren reden) endlich wirklich durchzuführen!

Für die alte Lampe suchen wir noch einen „Gnadenbrotplatz“ – vielleicht in Peters Werkstatt…???

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Der erste Versuch eines plastikfreien Einkaufs

Die Anfangsschwierigkeiten bei unserem Experiment wollen wir Ihnen/Euch nicht vorenthalten. Schon vor Beginn des Experiments führten wir Recherchen durch, um Vorbereitungen zu treffen. Wir wollten (und wollen!) das angestrebte Ziel „zumindest ein Monat lang plastikfrei zu leben“ auch tatsächlich in unserem Familienalltag umsetzen. Hier nun ein Bericht vom ersten Versuch eines plastikfreien Einkaufs:

Voller Zuversicht zur Einkaufstour nach Graz

Nachdem wir beschlossen hatten, uns auf ein plastikfreies Einkaufsexperiment einzulassen, begaben wir uns voller Zuversicht auf eine gemeinsame Einkaufstour nach Graz, um den ersten „Problemfällen“ an den Leib zu rücken.

Auf unserer Liste standen unter anderem folgende Dinge:

–          1 Milchkanne aus Metall und/oder Milch in Glasflaschen

–          3 Metalljausenboxen für die Kinder

–          Zahnbürsten aus Holz oder Naturkautschuk mit Naturborsten

–          Klopapier, Taschentücher und Küchenrollen ohne Plastikumhüllung

–          Geschirrspülmittel (auch für den Geschirrspüler) ohne Plastikverpackung

Das alles müsste in einer Stadt wie Graz wohl zu finden sein – dachten wir zumindest zu diesem Zeitpunkt noch. Meine erste Station war ein bekannter Bioladen in Graz (Kornwaage), wo ich mich vor allem nach Hygieneartikeln, Wasch- und Putzmitteln umsehen wollte. Peter begab sich mit den Kindern inzwischen auf die Suche nach Milchkanne und Jausenboxen.

Dringliche Problemfälle zeigen sich hartnäckig

Mir wurde recht schnell klar, dass sich nicht alle meine Hoffnungen hier erfüllen würden. Einer der Hauptproblemfälle blieb gänzlich ungelöst. Klopapier ohne Plastikhülle gab es hier nicht und laut Auskunft der Verkäuferin auch sonst nirgends.

Auch die Wasch – und Putzmittelfrage war nicht einfach zu lösen. Fast alles war in Plastikflaschen abgefüllt und bei den wenigen pulverförmigen Mitteln war unter dem Karton fast immer noch eine Plastikfolie eingebaut. Immerhin fand ich ein Waschpulver der Marke Ecover ohne Plastikinnenleben und lustigerweise sogar mit einem Messbecher aus Karton!

Die flüssigen Mittel kann man sich wenigstens aus einem größeren Plastikkanister nachfüllen lassen, wozu man natürlich auch mitgebrachte Behälter aus Metall oder Glas verwenden könnte. Das wäre zumindest ein sinnvoller Beitrag zur Müllvermeidung. Ein weiterer – aus meiner Sicht sehr entscheidender – Vorteil  ist, dass diese Mittel  bezüglich ihrer Inhaltsstoffe weitaus umwelt – und gesundheitsverträglicher sind als herkömmlich Putz – und Waschmittel.

Und immer wieder Plastikdeckel

Während ich mich zumindest über offenes Müsli, Haferflocken und Getreide (übrigens kaum oder gar nicht teurer als gleichwertige in Plastik verpackte Ware) sowie Topfen, Schlagobers, Sauerrahm, Joghurts und Milch im Glas (wenn auch teilweise mit Plastikdeckel) freute, bekam ich einen Anruf von Peter, der auf der Suche nach Milchkanne und Co. schon vier Geschäfte abgeklappert hatte und  ein wenig entnervt klang (wie gesagt: alle drei Kinder wollten mit ihm einkaufen gehen….).

Milchkannen gab es zwar in Email-Qualität, aber nur mit Plastikdeckel (angeblich wegen der Dichtheit) und die Alujausenboxen, die er gefunden hatte, erschienen ihm zu groß und zu teuer.

Problemfall Zahnbürste

Ein weiteres ungelöstes Problem blieben zu diesem Zeitpunkt die Zahnbürsten. Wo gibt es Zahnbürsten, die nicht aus Plastik bestehen?

Resümee nach dem ersten Versuch

Am Ende unseres ersten plastikfreien Einkauftages, hatten wir leider noch keinen unserer Problemfälle gelöst, aber immerhin  eine wichtige neue Lebensmittelbezugsquelle entdeckt.

Fortsetzung folgt!

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Es gibt sie doch: Lebensmittel ohne Plastik

Es gibt eine gute Nachricht: Obwohl sehr viele Menschen es in der Fülle des „Plastikangebotes“ in Supermärkten nicht mehr wahrnehmen, gibt es sie noch – Lebensmittel ohne Plastikverpackung! Und entgegen so manche Prophezeiung schaffen wir es nun doch schon seit mehr als einer Woche, uns sehr gut (sowohl qualitativ als auch quantitativ) davon zu ernähren.

Nicht lebensnotwendig, aber unverzichtbar: plastikfreie Chips dringend gesucht!

Mein leichter Gewichtsverlust ist aber auf einen ungelösten Problemfall zurückzuführen, denn als leidenschaftliche „nach dem Abendessen Kartoffelchips-Nascherin“, fehlen mir jetzt anscheinend doch ein paar Kalorien. Aber da ich das „Problem“ jetzt erkannt habe, werde ich mir wohl hin und wieder Chips selber machen oder Nüsse essen (ist ja eh viel gesünder!).

Trotzdem ein dringender Aufruf: Sollte irgendjemand Kartoffelchips kennen, die nicht in Plastik verpackt sind, bitte bei mir melden. Dafür gibt es einen speziellen „Antiplastik-Orden“ von mir persönlich!

Aufmunternde Einkaufsliste für alle, die gleich mal einen Selbstversuch starten wollen

So, nun aber zu unserer ersten plastikfreien Lebensmittel-Einkaufsliste. Damit es nicht gleich zu schwierig wird, fange ich erstmal mit den Dingen an, die wir in verschiedenen Supermärkten wie Spar, Billa, Nah und Frisch, Merkur und teilweise sogar beim Hofer gefunden haben.

(Die Lebensmittel, die es auch beim Hofer ohne Plastikverpackung gibt, habe ich extra mit einem * gekennzeichnet.)

  • Brot
  • Gebäck
  • Käse
  • Wurst
  • Fleisch
  • Obst und Gemüse (z.B.: Zwiebel, Kraut*, Rettich, Rote Rüben, Tomaten*, Sellerie*, Lauch, Paprika*, Karfiol*, Erdäpfel, Knoblauch, Äpfel, Bananen, Orangen, Zwetschken,…)
  • Mehl*
  • Zucker*
  • Gries
  • Haferflocken*
  • Nudeln („Despar“ nur beim Spar und „Barillia“ im Großhandel)
  • Butter* (das ist noch ein “Streitfall“, aber dazu gibt es eine eigene Geschichte; vorläufig gehe ich davon aus, dass Butterverpackung kein Plastik beinhaltet)
  • Reis*
  • Semmelbrösel*
  • Tee*
  • Marmelade*
  • Honig*
  • Eier*
  • Müsli (bis jetzt nur „Gittis“ in der kleinen Packung)
  • Ketchup
  • Senf
  • Majonaise
  • passierte Tomaten
  • Salz
  • Essig*
  • Öl*
  • Kakao
  • Mineralwasser

Die Liste erhebt natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Manche der angeführten Lebensmittel (wie zum Beispiel Eier) gibt es zum Glück überhaupt nur in Karton. Bei den meisten hat man aber die Wahl. Und das bedeutet, dass wir als Konsumentinnen und Konsumenten mit unserer Kaufentscheidung unmittelbar Einfluss nehmen und etwas bewirken können! Mir das bewusst zu machen, ist für mich ist ein gutes Gefühl.

Ein Kompromiss

Einen Kompromiss mussten wir allerdings eingehen: Wir akzeptieren die Kunststoffdichtung, die sich in den Drehverschlüssen von diversen Gläsern befindet. Die Auswahl an Lebensmitteln wäre sonst tatsächlich sehr gering.

Noch ein Tipp zum Abschluss

Für den plastikfreien Einkauf von Käse, Wurst und Fleisch nehme ich entweder einen eigenen Behälter aus Metall oder Glas mit, oder ich bitte die Verkäuferin oder den Verkäufer, mir die Ware nur in ein Papiersackerl zu verpacken. Das funktioniert sehr gut. Manchmal löst es zwar ein wenig Verwunderung aus, aber es wurde mir noch nie verweigert.

Fettfleckprophezeiung und beherzter Serviettentrick

Nur einmal war es ein bisschen schwierig: Als ich unlängst für Samuel und mich einen Kornspitz mit warmem Schweinsbrüstel und Senf nur in ein Papiersackerl verpackt haben wollte, löste das bei der Verkäuferin massive Zweifel an der „Beständigkeit“ dieser Kombination aus. Während der Zubereitung wiederholte sie einige Male kopfschüttelnd ungefähr Folgendes: “Das wird ihnen auseinander fallen, dann haben´s den ganzen Senf und das Fett im Sackerl und das ist net dicht, dann haben´s das alles überall…“. Da mir die Ernsthaftigkeit ihrer Bedenken zu Herzen ging und ich grundsätzlich ein kompromissbereiter Mensch bin, stimmte ich schließlich ihrem Vorschlag zu, die beiden Kornspitze noch in eine Serviette einzudrehen, bevor sie ins Papiersackerl kamen. So waren wir beide zufrieden und beim anschließenden Verzehr der Kornspitze war ich für die Serviette wirklich sehr dankbar!

Fortsetzung folgt: „Plastikfreie Einkaufsliste für Fortgeschrittene“

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Die Schnullerdebatte

Heute hatte ich eine interessante Unterhaltung mit einer Verkäuferin in einem Baby- und Kleinkinderbedarfsgeschäft:  Ich war auf der Suche nach Naturkautschukschnullern für Fritz, den 2 Wochen alten Sohn einer guten Freundin.Fritz sollte natürlich keinen herkömmlichen Schnuller mit Plastik bekommen. Wie ich aus den Medien erfahren habe, hat der Film Plastic Planet die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 angeregt, eine Untersuchung aller gängigen Schnullern durchführen zu lassen. Dabei ist heraus gekommen, dass sich bei vielen handelsüblichen Babyschnullern die hormonell wirksame Chemikalie Bisphenol A aus dem Plastik herauslöst. Ich fand die Kautschukschnuller auch gleich und während ich noch die Preise verglich, bekam ich die Unterhaltung der beiden Verkäuferinnen mit:

Verkäuferin A:“ Was ist denn das jetzt wieder mit dem Bisphenol A?“

Verkäuferin B:“ Ja, ich hab gestern auch schon fast einen Herzzickzack gekriegt, aber da geb´ ich dir jetzt was zu lesen, hab ich aus dem Internet,….das relativiert alles ja wieder ziemlich!“

Auf meine interessierte Nachfrage hin, händigt mir Verkäuferin B ebenfalls eine Kopie der besagten Seiten aus. In einem 2-seitigem Schreiben, dessen Urheber nicht klar hervorgeht, findet sich in teilweise nicht ganz korrektem Deutsch eine bunte Mischung von einerseits Bagatellisierungen und Vereinfachungen zum Thema Bisphenol A, andererseits wild durcheinander gemischten Warnungen vor Smog, Elektrosmog, Atomkraft und der Dummheit der Menschen.

Da ich mir nicht erklären kann, inwiefern dieser Text alles relativieren soll, frage ich nach.

Verkäuferin B: “Naja, wir sind ja sowieso überall von Giften umgeben, da ist das wohl eher ein geringes Problem und außerdem kann man eh nix machen….die Leute wollen das Zeug eben, gleich wie bei den Wegwerfwindeln!“

Meine Meinung:

Ich glaube nicht, dass man „nix“ machen kann und sage das auch. Ich finde, man kann keine Produkte kaufen, welche die tatsächlich bestehende Belastung mit „Umweltgiften“ (eigentlich ein falscher Ausdruck, denn die Umwelt macht die Gifte ja nicht) noch vergrößern. Zumindest wissentlich könnte ich das nicht tun!

Man (ich) kann diese Produkte weglassen oder sie gegebenenfalls durch unbedenklichere, möglichst naturbelassene Produkte ersetzen. Man (z.B. die Verkäuferin) kann Menschen, die ihren Kindern etwas Gutes kaufen wollen – und davon ist wohl in den meisten Fällen auszugehen – dazu raten, Produkte zu wählen, die nicht im Verdacht stehen, das Hormonsystem beeinflussende oder krebserregende Stoff zu enthalten.

Man könnte und man kann, und die Verkäuferin B sagt mir am Ende unseres Gespräches auch, dass sie ohnehin jeden Tag stundenlang versucht, Eltern die gesundheitlichen Vorteile von Naturmaterialien klar zu machen.

Wer informiert ist, kann sich entscheiden

Das ist gut so, finde ich! Das soll sie weiterhin tun, denn das sollte man als Elternteil auch erwarten können: Ehrliche und vollständige Information über die Inhaltsstoffe (und Gefahren) der Dinge, die man kauft, um damit sein Baby zu beruhigen, zu ernähren oder zu wickeln….

Wenn man die Information hat, dann kann man sich auch entscheiden!

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Einladung zu einem plastikfreien Geburtstagsfest

Geburtstag ohne Plastik - Holzschüssel
Geburtstag ohne Plastik - Holzschüssel

Wie die meisten von Euch sicher bereits wissen, fällt mein Geburtstag heuer in die Zeit eines (hoffentlich nur) fast unmöglichen Experiments!
Daher bietet es sich natürlich an, den Beginn unseres plastikfreien Einkaufsmonats und mein Geburtstagsfest zusammenzulegen und beides gemeinsam angemessen zu feiern. Da im Zuge unserer Hausräumaktion einiges an Plastik entfernt wurde, habe ich einen speziellen Geburtstagswunsch:

Ich habe eine kurze Liste von Dingen zusammengestellt, die uns jetzt sozusagen „fehlen“ und würde Euch im Sinne des Experiments bitten, bei Euch zu Hause, bei Eltern, Großeltern, Geschwistern,…usw. nachzuschauen, ob nicht genau irgend so ein, natürlich plastikfreies Teil irgendwo herumsteht oder liegt, das keiner mehr braucht.
Wenn Ihr etwas Entsprechendes findet, so würde ich mich sehr darüber freuen, wenn nicht, dann ist Eure Anwesenheit genug Geschenk!! Bitte aber NICHTS extra kaufen!!! Sollten zu viele gleiche Dinge mitgebracht werden, könnt Ihr ja untereinander tauschen oder sie einfach wieder mitnehmen. Ich stell mir das jedenfalls sehr lustig vor……. Ich hoffe, Ihr auch!

Sollte jemand einen Kuchen oder Aufstrich mitbringen wollen, so hoffe ich, dass Ihr Euch dem Motto entsprechend innovative Transportverpackungen einfallen lasst. Bin schon sehr gespannt! Da wir Gulasch (auch für VegetarierInnen), Kastanien und Getränke vorbereiten gebt mir bitte zwecks Mengenberechnung kurz telefonisch Bescheid, ob Ihr kommen werdet.

Geburtstag ohne Plastik - Gläser
Geburtstag ohne Plastik - Gläser

Nun zur Liste:

• 4-5-alte Holzsessel
• Metall- ,Holz- oder Korbmistkübel
• Salzstreuer
• Pfeffermühle
• Alu- oder sonstige Metalldosen (für Jause usw.)
• Holztruhen oder Kisten mit Deckel in verschiedenen Größen (für Kinderspielzeug, Kleinkram,…usw.); ev. auch stabile Schuhkartons
• kleines Tischerl oder Nachtkasterl
• Seifenablage (Holz?, Metall)
• Brotdose
• Metalltrichter zum Umfüllen von Flüssigkeiten
• Vorratsbehälter (Keramik, Glas, Metall, Holz); z.B.: alte Einrexgläser

Also, viel Spaß beim Durchstöbern Eurer und sonstiger Haushalte!!!
Ich freue mich sehr auf ein lustiges und gemütliches Fest mit Euch!

Bis bald
Sandra Krautwaschl

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Das Haus von Plastik leer machen

Heute haben wir unser Plastik aus dem Haus geräumt. Das klingt zwar harmlos – war es aber nicht!

Obwohl mir schon in den letzten Wochen klar geworden ist, wie viel davon sich in unserem Haushalt befindet, war es doch äußerst beeindruckend unseren Plastikberg in all seiner Buntheit und Unverwüstlichkeit direkt vor unserem Haus aufgetürmt zu sehen.

Das Aufbauen und Dekorieren der bunten Teile war tatsächlich ein recht kreativer Akt, an dem sich auch die Kinder teilweise mit großer Begeisterung beteiligt haben. Das Ausräumen gewisser Gegenstände wiederum war ziemlich erkenntnisreich. So wurde mir beim Hinaustragen von ca. 4 Kisten Tupperware und mindestens ebenso vieler Säcke mit Taschen und Rucksäcken bewusst, dass wir sicher 90 Prozent davon in den letzten Jahren kaum bis gar nicht verwendet haben. Insofern stellte die Entfernung mancher Dinge also tatsächlich eine große Erleichterung dar.

Anders verhielt es sich naturgemäß bei den oft gebrauchten Gegenständen und Geräten, die unseren Alltag bisher in gewisser Weise geprägt haben: Staubsauger, Wasserkocher, Toaster, Mixstab, Plastikregale,,…

In unserem Experiment wollen wir versuchen auch einige dieser Dinge wegzulassen und wenn nötig Alternativen auszuprobieren, aber natürlich gab es beim Ausräumen auch „Vetos“.  So  wurde Leos geliebte  Ritterburg ebenso wieder ins Haus gebracht wie diverse Sport – und Winterjacken, Schultaschen, Sportschuhe und Radhelme. Vieles davon ließe sich zwar theoretisch auch durch plastikfreie Alternativen ersetzen, aber das würde momentan in Summe unser Haushaltsbudget auf jeden Fall sprengen. Und schließlich ist es ja auch ein Teil unseres Experiments, dass wir dafür nicht wesentlich mehr Geld ausgeben wollen als bisher und es geht uns ja auch nicht darum, einen Weltrekord im Verzichten aufzustellen, sondern wir wollen unter anderem herausfinden, wo es uns relativ leicht möglich ist, das Plastik wegzulassen.

[youtube]oGJrKKfZPCs[/youtube]

Plastik los werden: nicht so leicht wie man denkt!

Das, was wir tatsächlich entfernt haben, ist auch nicht allzu weit weg. Wir haben alle aus jetziger Sicht entbehrlichen Plastikteile vorläufig in unseren leeren Stall geräumt, denn es ist gar nicht so einfach, Plastik los zu werden. Selbst die Dinge, von denen wir uns gerne endgültig getrennt hätten, können wir nicht einfach alle wegschmeißen. Plastik ist – wenn es sich nicht um Verpackungsmaterial handelt – Restmüll. Und die Menge dessen, was wir entsorgen wollen, würde die Kapazität unserer Mülltonne für Monate erschöpfen.

Ja, Plastik braucht viel Platz, selbst als Müll. Und natürlich stellt sich auch die Frage, ob es sinnvoll ist, soviel „intaktes“ Plastik wegzuwerfen. Aber was sonst? Viele Fragen sind heute wieder mal aufgetaucht.

Vorläufig werden wir uns damit zufrieden geben, dass wir zumindest dort, wo es um Essen und Körperpflege geht (und damit ganz unmittelbar um unsere Gesundheit) momentan kein Plastik mehr verwenden und – was mir am wichtigsten erscheint – dass wir vor allem kein Plastik mehr nachkaufen.

Der heutige Tag hat eindrucksvoll gezeigt, dass wir mehr als genug davon haben.

Bei einem abschließenden abendlichen Rundgang durch unser Haus stelle ich jedenfalls mit Freude und Erleichterung fest, dass wir jetzt viel mehr „freien“ Platz im Haus haben und der immer noch stattliche Rest unseres Inventars irgendwie viel schöner aussieht.

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