Das Phänomen des „Weihnachtens“ beginnt immer früher im Jahr……
Ab Mitte November kann es zum Beispiel ohne weiteres vorkommen, dass man auf den Straßen ein Gefühl wie „Weihnachten das ganze Jahr über“ bekommt (wie es vor zwei Jahren so treffend in der Werbung zu hören war). Nicht, dass die Ruhe so groß, die Stimmung so feierlich oder die Menschen so friedlich wären, nein, es ist einfach nur so unglaublich hell!!!
Bäume mit Lichterketten, Weihnachtssterne, Weihnachtsmänner, Weihnachtsengel, Weichnachtsschnee der von Bäumen „fällt“, Weihnachtssonne, Weihnachtsmond, Weihnachts… was auch immer, alles glitzert, leuchtet, blinkt elektrisch.
Stimmungsvoll! Oder doch nicht?
Plastik ist bei dieser Art der „Erleuchtung“ eher die Nebenerscheinung. Natürlich sind all diese Beleuchtungsobjekte größtenteils aus Kunststoff. Der wirklich große Brocken ist in diesem Fall aber wohl der gigantische Verbrauch an Energie und die damit verbundenen CO2- Emissionen – ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk an unser Klima, sozusagen.
Mich würde ja brennend (nicht im wahrsten Sinne des Wortes!) interessieren, wie viel CO2, Energie und natürlich auch Geld weltweit jährlich nur durch Weihnachtsbeleuchtungen in die Atmosphäre geblasen wird. Das hat bestimmt schon jemand berechnet, oder?
Das stimmt doch ein wenig „besinnlich“…
… was ja grundsätzlich in vorweihnachtlichen Zeiten nicht schaden kann: Natürlich, wir können uns das jetzt alles noch leisten. Aber müssen wir uns auch alles leisten, was wir uns leisten können? Oder leisten wir uns da am Ende etwas, was andere bezahlen (oder bezahlen werden)? Und was ist eigentlich mit den glänzenden Kinderaugen und dem flackernden Kerzenschein? Sieht man die nur nicht mehr, weil es so hell ist oder weil es soviel ist oder weil alles so schnell ist?
Hat es etwas mit dem Sinn von Weihnachten zu tun, wenn wochenlang elektrische Sterne in allen unmöglichen Farben über uns blinken? Und selbst wenn man zu denjenigen gehört, die sich dazu bekennen, dass Weihnachten ein sinnentleertes Konsumfest ist: Muss es deshalb wirklich auch noch das „Energieverschwendungshighlight des Jahres“ werden?
Und vor allem die Hauptfrage: Was hat das alles mit mir persönlich zu tun?
Womit wieder nahtlos an das Thema Plastik angeschlossen werden kann.
Wie ich lebe, was ich konsumiere, wie viel Licht ich brauche, um Weihnachten zu „spüren“, womit ich beschenke und womit ich die Geschenke einpacke……das alles sind meine Entscheidungen, bewusst oder unbewusst, aber sie haben in jedem Fall eine Wirkung!
Man muss gar nicht von Bürgermeister zu Bürgermeister pilgern, um sich für die Abschaffung der weihnachtlichen Straßenbeleuchtungen stark zu machen (obwohl ich das sofort unterstützen würde!). Es hilft schon, sich selbst und seine nähere Umgebung nicht auch noch mit elektrischen Beleuchtungskörpern die Vorweihnachtszeit zu erhellen.
Marlene hatte kürzlich auch einen ganz brauchbaren Vorschlag: „Die könnten die Lichter wenigstens ausschalten, wenn die Geschäfte alle zu sind. Dann sieht sie eh keiner mehr!“.
Leo meinte, dass Kerzen sowieso viel schöner wären und Samuel, der sich schon gerne mit technischen Details beschäftigt, überlegte, ob man die ganze Sache nicht mit Solarbetrieb in den Griff bekommen könnte.
Gut, dass es oft so einfache Antworten gibt.
P.S.: Peter wünscht sich überhaupt „dunkle Weihnachten“. Er hatte immer schon einen speziellen Sinn für Romantik.






