Plastikfrei und vegan? (2)

Im zweiten Teil dieser schwierigen Materie möchte ich mich mit der Problematik widmen, kunststofffreie und vegane Bekleidung unter einen Hut zu bringen.

Schon zu Beginn unseres Experiments hat mich das Thema Bekleidung stark beschäftigt, da konventionelle Kleidung ja heutzutage kaum mehr ohne Kunststoffanteile zu bekommen ist. Abgesehen davon sind die Schadstoffe (NPE, Weichmacher, krebserregende Amine, Azofarbstoffe, Schwermetalle und andere Schadstoffe), die hier – ob Marken -oder Billigware – bei Verarbeitung und Färbung zum Einsatz kommen, auch ganz unabhängig vom Material eine Katastrophe für Mensch und Natur.

Alternativen aus Naturmaterialien (in Bioqualität und entsprechender Verarbeitung, möglichst auch noch Fairtrade) gibt es zwar inzwischen schon in recht zufrieden stellender Auswahl, aber längst nicht für alle Zwecke (man denke nur an die so genannte „Funktionskleidung“) und – viele der Naturmaterialien sind nicht vegan! Pflanzliche Ausgangsmaterialien wie Baumwolle, Hanf, Flachs usw. stellen natürlich in vielen Bereichen eine Alternative dar. Aber auch hier gibt es durchaus kritische Aspekte. Nicht alles, was plastikfrei und vegan ist, kann man nämlich meiner Meinung nach wirklich guten Gewissens empfehlen. Der konventionelle Baumwollanbau mit seinem enorm hohen Wasser – und Pestizideinsatz und den entsprechend ausbeuterischen und menschenverachtenden Arbeitsbedingungen entspräche da wohl eher dem Motto „den Teufel mit dem Beelzebub austreiben“. Hanf und Flachs stellen so gesehen jedenfalls die bessere Alternative dar, aber das Angebot ist in diesem Bereich zumindest im Moment noch nicht überall ausreichend.

Besonders bei Schuhen würde mir eine konsequent vegane Lebensweise schwer fallen. Ich persönlich fühle mich in Kunststoffschuhen jeglicher Art einfach nicht besonders wohl. Schuhe aus Hanf oder Bauwolle sind auch eher nur eine Alternative für die warme Jahreszeit und meist nur in einem recht eingeschränkten Sortiment verfügbar. Es scheint also auf den ersten Blick relativ aussichtslos konsequent plastikfreie und vegane Bekleidung zu kaufen – umso mehr, wenn dann auch noch gewisse modische Ansprüche dazu kommen.

Aus den oben genannten Gründen hat mein persönliches Einkaufsverhalten in Sachen Mode in den letzten 4 Jahren jedenfalls eine dramatische Wendung genommen. Wie schon in meinem Buch beschrieben, war ich vormals in Bezug auf Kleidung eine klassische „Schnäppchenkäuferin“. Mittlerweile kaufe ich neue Kleidungsstücke oder Schuhe nur mehr höchst selten. Seit 2 Jahren trage ich zum Beispiel Marlenes Lederwinterstiefel mit Schafwollfutter von GEA auf, die zwar keineswegs vegan, aber dafür wenigstens in Österreich gefertigt, höchst stabil und reparaturfähig sind und meiner jetzigen Einschätzung nach sicher auch noch mindestens die nächsten 5 bis 10 Jahre halten werden. Aber auch jetzt (nach 4 Jahren) hat sich der durchaus beachtliche Anschaffungspreis von 220 € aus meiner Sicht schon mehr als rentiert. (GEA erzeugt teilweise übrigens auch vegane Schuhe, ich bin mir aber nicht sicher, ob es für den Winter etwas in annähernd ähnlicher Qualität in veganer Variante gibt.)

Bei einem Vortrag auf der Uni Graz (Umweltsystemwissenschaften) hab ich vor ungefähr 2 Jahren gehört, dass pro Jahr allein ca. 80 Milliarden Baumwoll T – Shirts produziert werden. Ein Blick in meinen Kleiderschrank hat mir klar gemacht, dass ich daran nicht unbeteiligt bin. Ich habe also beschlossen, auch diesen Wahnsinn nicht mehr weiter zu betreiben, was zugegebenermaßen einiges an Selbstdisziplin erfordert hat und noch immer erfordert (und auch nicht immer zu 100% funktioniert!).

Wenn ich mir neue Kleidung oder Schuhe kaufe, achte ich normalerweise darauf, dass zumindest ein Teil der folgenden Kriterien erfüllt wird:

– möglichst kein oder nur ganz geringer Kunststoffanteil (Knöpfe, Gummizüge usw.) und Gütesiegel wie GOTS oder Ökotex

(https://nachhaltigkeit.greenpeace.at/?)

– Baumwolle in Fairtrade und/oder Bioqualität (entsprechende Gütesiegel)

– Wolle und andere tierische Fasern in Bioqualität, wenn möglich aus Österreich oder zumindest aus der EU

– Lederschuhe in Bioqualität bzw. in entsprechender Verarbeitung, wenn möglich in Österreich oder zumindest in der EU produziert

In erster Linie versuche ich aber, mein Bedürfnis nach neuer Kleidung so weit wie möglich zu reduzieren. Mit einigen Freundinnen habe ich Kleidertausch – bzw. Leihaktionen vereinbart, wenn bei einer von uns die Lust nach etwas Neuem nicht mehr zu bändigen ist. Eine gute Quelle für solche Fälle sind für mich auch nach wie vor Second Hand Shops und Flohmärkte. Diesen Textilien haben auch noch dazu den Vorteil, dass die Schadstoffe meist schon ziemlich heraus gewaschen sind. Und nicht zuletzt habe ich in letzter Zeit auch „aus Altem Neues nähen“ zunehmend für mich entdeckt.

Wir Ihr seht, ist mein Zugang zu diesem Thema wieder mal recht pragmatisch und erhebt keinen Anspruch auf Perfektion. Durch meine eigene Geschichte und aktuell vor allem dadurch, dass unsere beiden älteren Kinder mittlerweile 17 und fast 15 Jahre alt sind, ist mir auch klar, dass es Kriterien für Mode gibt, die man subjektiv für wichtiger hält, als alles, was ich bisher dazu geschrieben habe. Andererseits bin ich auch sehr stolz auf meine Kinder, weil sie diesbezüglich auch für ihr Alter sehr genügsam sind und den Weg, den ich vor einigen Jahren eingeschlagen habe, im Großen und Ganzen mitgehen (zum Beispiel tragen sie nach wie vor in erster Linie gebrauchte Kleidung aus dem Freundes – und Bekanntenkreis nach.) Und obwohl meine Geschichte heute schon ziemlich lang ist, möchte ich an dieser Stelle auch nicht unerwähnt lassen, dass ich bei diesem Thema natürlich ständig das glänzende Beispiel meines Mannes vor mir habe, der nicht nur seine T-Shirts trägt, bis sie ihm buchstäblich vom Leib fallen!

Ehrlich gesagt glaube ich, dass in Bezug auf Mode die oft strapazierte Binsenweisheit „Weniger ist mehr“ der wichtigste Grundsatz ist, wenn wir unsere eigene Gesundheit bewahren und an Menschen, Tieren und Natur möglichst wenig Schaden anrichten wollen.

Nicht nur denjenigen von Euch, die einen konsequent veganen Lebensstil verfolgen, rate ich aber auf jeden Fall dazu, Produktionsbedingungen, Herkunft und (man muss es leider so bezeichnen) „Inhaltsstoffe“ der Mode genau unter die Lupe zu nehmen. In manchen Fällen wird das vielleicht die Entscheidung erleichtern, NICHTS zu kaufen.

Da ich meine Geschichten aber immer gerne positiv abschließe, möchte ich heute ausnahmsweise auch noch ein paar (eher kleinere) Firmen aus meinem Umfeld nennen, die allesamt mehrere meiner Einkaufskriterien erfüllen. Dass ich gerade diese Firmen nenne, liegt schlicht und einfach daran, dass ich mit ihnen persönliche Erfahrungen bzw. ihre Produkte auch schon selber getestet habe und mir auch die gesamte „Firmenphilosophie“ entspricht.

www.garymash.com: selbst entworfene Fairtrade-/Bioshirts und vieles mehr

www.zerum.at: Fairtrade- und Biomode, „kleine“ Designermode

www.perviva.at : fair gehandelte Naturtextilien hauptsächlich aus Deutschland und Österreich

www.gea.at: Schuhe in Topqualität in erster Linie in Österreich gefertigt

www.hanf-im-glueck.at : Jeans, Jacken, T-Shirts aus Hanf

http://www.naturfaser-foelser.at: Jeans aus österreichischem Leinen und griechischer Biobaumwolle, man kann sich die Lieblingsjeans „nachschneidern“ lassen!!

Ich denke, dass Ihr in Euren Umfeldern auch viele ähnliche Firmen kennen werdet und sofern Ihr mir Infos oder Links dazu schickt, bin ich auch gerne bereit, diese zu sammeln und in diesem Blog zu veröffentlichen.

Und abschließend nochmal der Link zum Blog von Nunu Kaller, wo Ihr noch viel mehr über das (Nicht-) Kaufen von Kleidung erfahren könnt:

ichkaufnix.wordpress.com

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ARTE: Kommt nicht in die Tüte – Die Europäer und der Plastikmüll

ARTE widmet die Samstag Nachmittagssendung Yourope diesmal dem

Thema Plastikmüll:

18.1.14 ab 14 Uhr

Mit einem kleinen Beitrag aus unserem großen Erfahrungsschatz in Sachen Plastikmüllvermeidung!

http://www.arte.tv/guide/de/051397-001/yourope

Und für alle, die in der Näche von Gleisdorf wohnen, gibt´s am Freitag ab 19 Uhr die Möglichkeit die Ausstellungseröffnung „Flowerpower am Plastikplaneten“ zu besuchen.

Mit einer Lesung/Diskussion zu meinem Buch „Plastikfreie Zone“ und Vorstellung des erfolgreichen „Change bag“ Projekts!

ab 19 Uhr im Museum im Rathaus!!!

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Aufruf

Kurz vor dem Jahreswechsel möchte ich Euch (zumindest denjenigen, die es noch nicht gemacht haben) noch sehr an´s Herz legen diese beiden Petitionen zu unterschreiben:

1.) Gerade die EU-Kritischen unter Euch sollten das Instrument der europäischen Bürgerinitiative unbedingt nutzen (die anderen natürlich auch:-))

http://www.stopoekozid.at/

Hier nur ein kurzer Auszug daraus! Mehr Infos und die Möglichkeit online zu unterschreiben findet Ihr auf der Webside!!

Das Ziel unser Initiative ist sehr einfach: Umweltzerstörung soll als Verbrechen anerkannt werden. Ein Verbrechen, für welches die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden können.

Eine umgesetzte Ökozid-Richtlinie hätte weltweite Konsequenzen. Viele der für Ökozid verantwortlichen Unternehmen sind in der EU registriert und europäische Pensionskassen und Banken gehören zu den größten Investoren Ökozid-verursachender Aktivitäten. Durch das Importverbot Ökozid-verursachender Güter und Dienstleistungen werden faire Wettbewerbsbedingungen geschaffen, da jeder, der in der EU Geschäfte machen möchte, sich dem Gesetz fügen müsste.

Die Europäische Bürgerinitiative (EBI) ist ein basisdemokratisches Instrument, welches 2009 in der Europäischen Union eingeführt wurde und seit April 2012 im Gebrauch ist. Es ermöglicht Bürgern, die EU-Gesetzgebung mitzugestalten. Wenn mindestens 1 Millionen EU-Bürger aus mindestens 7 verschiedenen Ländern für unseren Vorschlag stimmen, muss die Europäische Kommission ihn in Betracht ziehen und wir haben das Recht auf eine öffentliche Anhörung im Europäischen Parlament. Dies ist viel mehr als eine Petition. Eine EBI zu unterzeichnen bedeutet, euer Recht als EU-Bürger einzufordern, die Gesetzgebung mitzugestalten.

http://www.youtube.com/watch?v=hJ2Qx4vdmvs

http://www.youtube.com/watch?v=nuxoWA0tiyI

2.)

http://www.activism.com/de_AT/petition/plastiksackerlverbot-in-oesterreich-fortsetzung/209

Petition für ein Plastiksackerlverbot in Österreich

An die Regierung des Landes Österreich und ihre Vertreter
Sämtliche Hersteller von Plastiksackerln und
Firmen, die Plastiksackerln verkaufen, bzw. verschenken

Plastiksackerln werden in der Regel aus Polyethylen oder Polypropylen hergestellt. Es dauert bekanntermaßen bis zu 400 Jahre, bis so ein Sackerl in kleine Teile zerfällt, sich jedoch noch immer nicht vollkommen aufgelöst hat. Wir fordern daher ein sofortiges Plastiksackerlverbot österreichweit zum nachhaltigen Schutz und Erhalt unseres Ökosystems.

Diese Petition läuft zeitgleich in Facebook. Alle ZeichnerInnen dieser Petition sollten nur einmal zustimmen.

Danke an alle, die sich die Zeit nehmen!!

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Sinnlose Vorschriften (kein reines EU-Phänomen!)

Liebe Leute:

Eines vorweg: ich bin überwältigt von den zahlreichen Reaktionen und Kommentaren zu „Plastikfrei und Vegan? (Teil1)“ und werde an dieser Stelle auch schon demnächst den 2.Teil veröffentlichen.

Vorher möchte ich aber – passend zur Vorweihnachtszeit – noch ein paar andere „Botschaften“ loswerden. Und wie es der Zufall so will hat gerade heute im Ö1 Radiokolleg eine Serie zu einem meiner Lieblingsthemen gestartet:

Radiokolleg – Die folgsame Gesellschaft *

Wie sklavisch soll man sich an Regeln halten? (1).

Nachzuhören auf „/ Tage Ö1“ unter folgendem Link:

http://oe1.orf.at/programm/357881

Es geht- wie unschwer zu errarten –  um zivilen Ungehorsam, zu dem ich hiermit aufrufen möchte! Derselbige erscheint mir im Übrigen in immer mehr Lebenssituationen angebracht, aber da ich auch eine Verfechterin der „kleinen Schritte“ bin, hier eine ganz konkrete Umsetzungsmöglichkeit:

Immer wieder berichten mir motivierte PlastikvermeiderInnen, dass ihnen beim Einkauf an der Feinkosttheke, das Verpacken von Wurst und Käse in selbst mitgebrachte Behältnisse verweigert wurde. Die Begründungen gehen von angeblichen Hygienevorschriften über Firmeninterne Verpackungsvorschriften und alle möglichen EU-Bestimmungen. Mir ist ehrlich gesagt meine Zeit zu wertvoll, mich mit der „Substanz“ dieser angeblichen (oder auch wirklichen) Vorschriften auseinander zusetzen oder dem genauere nachzugehen. Ich möchte Euch an dieser Stelle nur meine Erfahrung dazu berichten:

Woman - Familie Krautwaschl

Mir wurden meine speziellen Verpackungswünsche – mit einer einzigen Ausnahme – in den letzten 4 Jahren letztlich noch nie verweigert! Zugegeben: Ich musste manchmal diskutieren, den Geschäftsführer verlangen oder darauf hinweisen, dass ich das Produkt in anderen Filialen des selben Supermarktes schon ohne Probleme „unverpackt“ erhalten hatte. Aber letzlich war ich doch immer die viel gepriesene „Kundin-Königin“ und erhielt meine Wünsche erfüllt. In dem einzigen Ausnahmefall, musste die Verkäuferin die bereits fertig gerichtete und 3fachverpackte Käsesemmel mit Gurkerln und Senf dann eben behlalten (oder selber essen…)

Und nun zu meinem Aufruf:

Lasst Euch den Vollzug von sinnlosen Vorschriften nicht gefallen! Übt zivilen Ungehorsam! Haltet Eure mitgebrachten Metalldosen und Gläser „in der Luft“ und lasst Euch den Käse „hineinwerfen“, wenn irgendjemand in Sorge ist, dass diese Behälter  Keime in seine Feinkostabteilung einschleppen könnten. Diskutiert mit den Menschen, die sich einer Routine unterwerfen, die schon lange nichts mehr mit unserer „Gesunderhaltung“ (Sichwort Hygiene) zu tun hat und macht ihnen klar, dass ihr im Stande seid, selbst Verantwortung für Eure Keimbelastung zu übernehmen.

Sinnlose Vorschriften sind nicht gottgegeben und daher veränderbar. Und selbst die EU, die diesbezüglich selten ein Fettnäpfchen auslässt (Stichwort „krumme Gurken“, Olivenöl in nachfüllbaren Glasflaschen -Verbot oder Saatgutverordnung,….) lässt sich mitunter davon beeindrucken, dass nicht WIR für die Vorschriften sondern die Vorschriften FÜR UNS gemacht werden sollten! (Was Übrigen schon eine dezente Wahlempfehlung für die Europaparlamentswahlen im nächste Jahr sein könnte… meine diesbezüglichen Prefernzen habe ich ja unlängst erst recht deutlich gemacht.)

In diesem Sinne wünsche ich Euch allen viel Spass und Experimentierfreude beim vorweihnachtlichen Lebensmitteleinkauf und freu mich auf Eure Ideen zum „gewaltfreien Widerstand“!

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Eure Fragen – unsere Antworten: Vegan und Plastikfrei? (1)

Die Frage, ob und wie man veganen Lebensstil mit größtmöglicher Plastikvermeidung vereinbaren kann, ist gerade in letzter Zeit immer öfter an mich herangetragen worden. Hier nur eine kleine Auswahl von Anfragen, die sich auf dieses Thema beziehen. (Hier stellvertretend nur 3 Beispiele):

*Hallo ihr Lieben, Ich hab da eine Frage. Ich lebe vegan und möchte nun auch größtenteils auf Plastik verzichten. Mein Problem ist nur dass dann viele Produkte mit Leder, Wolle und co sind …. Gibt es auch “hoffnung” vegan und plastikfrei zu leben?
Liebe Grüße Elli

*Hallo Elli, mir geht’s ähnlich… Als plastikmeidender Vegetarier wandere ich gerade zum veganen Ufer, und besonders herausfordernd empfinde ich es, Tofu und Hülsenfrüchte zu bekommen… Ach so, ich sehe gerade, dass das gar nicht Deine Frage war In Sachen Schuhe bin ich mir auch noch nicht einig mit mir… [Bin gerade noch eher kulinarisch vegan ] Anstatt Kleidung aus Schurwolle entscheide ich mich z.B. für Baumwolle…

*Hallo Sandra, ich habe dein Buch „Plastikfreie Zone…“ gelesen und war sehr begeistert von dem Buch. Ich habe einiges dazu gelernt und versuche Plastik, wenn es geht zu vermeiden oder eine Alternative zu verwenden. allerdings ernähre ich mich vegan und somit ist es fast unmöglich auf Plastik zu verzichten, da Tofu und viele andere Produkte in Plastik verpackt sind. Wie würdest du das handhaben, wenn du vegan wärst? Und meinst du nicht, dass die vegane Ernährung ein großer Beitrag zum Umweltschutz ist? (co2 Ausstoß, Grundwasserverunreinigung, Abholzung des Urwaldes aufgrund tierischer Produkte).

Da das Thema sehr komplex ist und sich ja auch nicht ausschließlich auf die Ernährung beschränkt, werde ich meine Antwort in mehrere Beiträge verpacken. Wie schon oft in den letzten 4 Jahren habe ich mir auch bei diesem wirklich herausfordernden Thema die Frage gestellt, was man aus der Vergangenheit – genauer gesagt aus der Zeit, als es noch kein Plastik gab – lernen könnte. In diesem Fall lassen sich daraus aber keine ganz einfachen Schlüsse ziehen, denn als es noch kein Plastik gab, gab es in unseren Breiten wohl auch noch wenige Menschen, die sich ganz bewusst vegan ernähren wollten (wiewohl sicher aus anderen Gründen sehr viel weniger tierische Produkte gegessen wurden als heutzutage.)

Ich bin mittlerweile der Meinung, dass eine vegane Ernährun sowohl für unsere Gesundheit als auch für unseren „ökologischen Fußabdruck“ wahrscheinlich die günstigste Ernährungsform ist. In unserer (speziell in der österreichischen) Esskultur hat veganes Kochen allerdings derartig wenig Tradition, dass es auch schon ohne den zusätzlichen Anspruch, Plastikmüll zu vermeiden, teilweise relativ schwierig ist, entsprechend ausgewogene und abwechslungsreiche Mahlzeiten auf den Tisch zu bekommen.

In unserer Familie leben ja 2 Vegetarier (Peter und Marlene) und daher gibt es seit Jahren bei uns zu Hause kein Fleisch mehr – zum Leidwesen von Leonard, der der einzige echte „Fleischtiger“ in unserer Familie ist. Das Problem bei „Fleischersatzprodukten“ sowie bei vielen veganen Produkten ist aus meiner Sicht, dass es sich oft um „verarbeitete“ Lebensmittel handelt, deren Inhaltstoffe und Herkunftsländer ich teilweise auch eher kritisch sehe (z.B.: Palmöl, Hefeextrakt,…usw.). Ich bevorzuge die „puren“ Varianten und verwende als Eiweißquellen hauptsächlich Hülsenfrüchte (Linsen, Bohnen,…usw. am Markt beim Bauern oder im Bioladen offen), österreichisches Sojagranulat (offen im Bioladen) und Dinkelfilets im Glas (ähnlich wie Seitan) und Sojamilch in der Pfandflasche (Bioladen). Damit finden wir (als zumindest vegetarischer Haushalt) zum Glückim Allgemeinen das Auslangen. Dass es Tofu nicht offen zu kaufen gibt, ist für mich nicht nachvollziehbar, denn die Bioladenbesitzer, meinen durchwegs, dass der Umsatz groß genug dafür wäre. Tofu kaufe ich also einfach nicht.

Vegetarische bzw. vegane Ernährung ist für mich dann besonders sinnvoll (und wahrscheinlich auch am praktikabelsten), wenn die Nahrungsmittel möglichst unverarbeitet und regional erhältlich sind. Deshalb gehe ich bei unseren Versuchen, tierische Produkte wie Milch, Käse, Schlagobers, Topfen,…usw. zu reduzieren ziemlich pragmatisch vor. Und das entspricht auch meinen Erkenntnissen aus unserer „Plastikfreien Vergangenheit“:

Es gibt sie bei uns teilweise einfach längere Zeit gar nicht! Ich kaufe dann aber auch keine Ersatzprodukte und zwar gar nicht nur wegen der Verpackung, sondern, weil mir wie gesagt die Inhaltsstoffe oft nicht ganz geheuer bzw. einfach unbekannt sind und ich eben am liebsten Dinge esse, die ich auch kenne. Hier ein Beispiel der Inhaltsstoffe eines Sahneersatzes auf Sojabasis:

Zutaten: Sojadrink (Trinkwasser, Sojabohnen) (75 %), Pflanzenfett gehärtet (12 %), Invertzuckersirup, Erbseneiweiß, Emulgator: Mono- unmd Diglyceride von Speisefettsäuren (pflanzlich), Verdickungsmittel: Cellulose und Natriumalginat, Säureregulatoren: Kaliumphosphat und Mononatriumcitrat, Speisesalz, Aroma (pflanzlich)

Ich bin mir da – ganz abgesehen von der Plastikverpackung – einfach nicht wirklich sicher, ob ich das essen will – und deshalb kommt Schlagobers (Sahne) in jeglicher Form in unserer Küche eben nur mehr sehr selten vor. Wenn ich doch mal einen kaufe, dann Bioschlagobers im Pfandglas. Eier haben wir zum Glück von unseren eigenen Hühnern. Bei sämtlichen Milchprodukten hab ich leider im Moment noch keine bessere Lösung, als sie zu reduzieren. Aber das ist eben mein ganz persönlicher Weg, mit diesem Thema umzugehen und ich schließe auch nicht aus, dass sich meine Sichtweise diesbezüglich noch ändert.

Bei konsequent veganer Ernährung schränkt sich die Auswahl der Lebensmittel, wenn man zusätzlich auch noch Plastik vermeiden will, sicher ziemlich ein. Leider gibt´s da keine ganz einfachen Lösungen. Man muss wohl im Einzelfall entscheiden, welches Kriterium einem persönlich am wichtigsten ist.

Ganz wichtig ist mir aber noch, allen Veganern unter Euch Folgendes mitzugeben(ganz dem Motto meines Buches entsprechend):

Durch Euren Lebensstil tragt Ihr schon sehr viel zum „Gemeinwohl“ bei. Der Versuch zusätzlich auch noch Plastik weitgehend zu vermeiden, ist extrem lobenswert, sollte aber meiner Meinung nach immer von ausreichend Mut zum „Unperfektionismus“ und einer guten Portion Humor begleitet sein!

(Mehr zum Thema veganer Lebensstil – Bekleidung usw., in Kürze)

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Eure Fragen – unsere Antworten (2)

Da in letzter Zeit schon mehrere von Euch nach dem Link von Esther gefragt haben, hier ihre Antwort auf meine Nachfrage mit der aktuellen Seite:

Liebe Sandra,
danke für die Nachfrage.
Ich habe die Tipps neu überarbeitet und einiges Neue hinzugefügt – das Blöde ist, dass der Link dann so nicht mehr funktioniert, deshalb ist es günstiger diese Webseite zu nehmen, da setze ich dann links in den Kasten immer den aktuellen Link und es gibt außerdem noch zu vielen anderen Themen Infos:
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Eure Fragen – unsere Antworten (1)

Ich möchte Eure extrem interessanten Anregungen und Fragen der letzten Zeit teilweise in Beiträgen noch einmal thematisieren, da sie möglicherweise für viele interessant sind bzw. ich auch nicht immer alle Fragen immer ausreichend beantworten kann.

Hier eine erste Anfrage von Richard mit meiner Antwort dazu. Bin gespannt auf weitere Antworten und Eure Kommentare und Tips.

Liebe Frau Krautwaschl und Familie,

vielen Dank für all die Aufklärungsarbeit, die hier drin steckt. Meine Frau und ich haben das Buch gelesen und fangen an, erst mal alles wegzulassen, was aus Unkenntnis oder Gedankenlosigkeit gekauft wird.
Außerdem andere Wasserkocher, – kessel, Pflege- und Reinigungsprodukte.
Mir fehlt ein Tip für den Ersatz von Fleecemützen und -westen. Diese sind leider sehr warm, weich und klein faltbar, was man von manchen Wolleprodukten nicht sagen kann.

Außerdem weitere Ersatzpflegeprodukte für Zahnpflege außer Fleur de Sel, was bei mir super funktioniert (Heilerde nicht so gut). Wo kriege ich Backpulver ohne Aluminium her? Billige LED-Lampen?
Danke an alle für alle Tips
LG
Richard
Rhein-Main

Lieber Richard!

Den momentanen Bestand an Fleeceprodukten würde ich an Ihrer Stelle nur nach und nach ersetzen (also wenn die Dinge kaputt werden). Es gibt sehr wohl schon einiges an „Funktionskleidung“ aus z.B. Wolle oder zumindest aus Recyclingmaterial.
Ich persönlich bin aber hier in erster Linie dafür, den Gesamtverbrauch an Textilien aller Art zu reduzieren und zum Beispiel Initatitiven wie Kleidertauschmärkte usw. ins Leben zu rufen oder zu unterstützen.
Bei Kleidungsstücken , die man schon längere Zeit in Verwendung hat, kann man sich zumindest einigermaßen sicher sein, dass die Schadstoffe schon ziemlich herausgewaschen sind. Bei (den mittlerweile zum Glück sehr seltenen) Neuanschaffungen greife ich persönlich dennoch fast ausschließlich auf Naturmaterialien in der bestmöglichen Qualität zurück (bio, fairtrade,…usw.)
Kompromisse sind oft notwendig, aber eine der besten Lösungen ist es in vielen Fällen, die Kaufentscheidung noch einmal gründlich zu überdenken – dann kommt man oft zum Schluss, dass man lieber gar nichts kauft und doch mit dem Vorhandenen auskommt. Und das scheint mir mittlerweile in vielen Bereich das Mittel der Wahl zu sein!

Zum Zähenputzen verwende ich fast ausschließlich Xylit (Birkenzucker) und hin und wieder mal eine Zahnpasta aus der Metalltube (von Weleda), vor allem für Urlaube.

Als Backpulver verwende ich Weinsteinbackpulver oder Natron (da ist doch kein Alluminium drin, oder???)

Und relativ billige LED LAmpen scheint es seit Neuestem bei IKEA zu geben, aber ich hab sie noch nicht ausprobiert, da IKEA insgesamt nicht (mehr) gerade zu meinen Lieblingsgeschäften gehört….

So viel von meiner Seite. Freu mich auf Eure Meinungen!

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Was tun mit der Verbotserlaubnis??

Aus gegebenem Anlass auch hier wieder mal eine kleine Stellungnahme zum Dauerbrennerthema „Plastiksackerl“ (bei unseren deutschen Nachbarn meist „Tüten“ genannt!

Die EU erlaubt,  zu verbieten – Jubel und Hurra!!

Das ist nun wirklich mal eine neue Dimension im EU-Verordnungsdauerfeuer, denn schließlich sind schon krumme Gurken, nachfüllbare Olivenölglasflaschen, Behälter für Wurst – und Käseeinkauf an der Feinkosttheke, plastikfreie verpackte Mittel für den Geschirrspüler und vieles mehr ins Visier (europäischer) Verordnungswütiger geraten.

Man fragt sich also wirklich, warum gerade der Umgang mit den Plastiksackerln trotz aller erschreckender Folgen, die seit Jahren darüber bekannt sind (http://orf.at/stories/2205045/2205046/) bisher keine Verordnung wert war (oder wohl richtiger: sich bisher niemand drüber getraut hat??).

Nun gehöre ich ganz sicher nicht zu den „unkritischen Eu –KritikerInnen“ – nein, ganz im Gegenteil: Ich bin nach wie vor getragen von der Idee, dass gerade die gravierendsten Probleme unserer Zeit, sich mit vereinten Kräften am besten und effektivsten lösen lassen.

Was also anfangen mit der großzügigen Erlaubnis zur Einschränkung der Plastiksackerlflut?

Und was bedeutet diese „Erlaubnis“ für ein Land wie Österreich, wo ein (hoffentlich nicht mehr lange!) Umweltminister vor nicht allzu langer Zeit noch meinte, es gäbe hier kein Müllproblem und teilweise sogar argumentiert wird, man bräuchte den Plastikmüll, damit die Müllverbrennungsanlagen funktionieren???

Ich sehe das recht pragmatisch:

Was auch immer unserer Regierung (und natürlich auch den anderen EU-Staaten) einfällt, ob Verbot, Besteuerung oder sonstige reglementierende Maßnahmen – es muss endlich gehandelt werden!!!

Der Leidensdruck ist wahrlich groß genug! Für die Erhaltung unserer Lebensräume und Ökosysteme, die Schonung unserer Ressourcen, die Eindämmung des Klimawandels, die Erhaltung unserer Gesundheit und einer lebenswerten Zukunft für unsere Kinder, spielt der Umgang mit dem „Verschwendungsmaterial Plastik“ wohl einen weitaus entscheidendere Rolle als krumme Gurken oder hygienische Bedenken in Bezug auf Dosen für den Käse- und Wursteinkauf!

Es darf also so gesehen von mir aus auch durchaus ein Verbot sein!

Hauptsache irgendjemand hat endlich den Mut, das Problem nicht nur ausgiebig zu bejammern, sondern auch tatsächlich eine Veränderung herbeizuführen!!

Die Lösungen werden teilweise schon sehr erfolgreich praktiziert. In Dänemark, wo Plastiksackerl mit Steuern belegt sind, ist der Verbrauch auf 4 Stück pro Person und Jahr zurückgegangen. Damit ließe sich – zumindest vorläufig – leben.

Die Einschränkung der vielgerühmten „Freiheit des Einzelnen“ ist ein Klacks im Vergleich zum nicht wieder gut zu machenden Schaden, den diese angebliche „Freiheit“ für uns alle bedeutet.

Wir brauchen endlich PolitikerInnen, die sich trauen, Wirtschaft in die richtige Richtung zu lenken. Und dazu gehört nun mal mindestens eine ausgiebige Besteuerung von Produkten, deren ungezügelte Verwendung sich als Schaden für die Allgemeinheit erwiesen hat! (http://www.christiane-brunner.com/2013/11/eu-macht-weg-frei-fuer-plastiksackerlverbot-2/ )

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Es gibt keinen Planet B

http://web.archive.org/web/20151001100107if_/http://www.keinheimfuerplastik.at/wp-content/uploads/DSCN0821.JPGSeit fast 4 Jahren gibt es nun diesen Blog und ich werde durch Eure Kommentare und das noch immer andauernde Interesse an meinem Buch „Plastikfreie Zone“ täglich weiter in der Überzeugung bestärkt, dass alles, was jede(r) Einzelne von uns tut, relevant ist.

Angesichts der in Österreich gerade bevorstehenden Nationalratswahl, habe ich mich jetzt entschlossen, diesen Blog auch einmal für ein „politisches Statement“ zu nutzen. Denn nicht zuletzt durch die Probleme, die mir viele von Euch geschildert haben, ist mir zunehmend bewusst geworden, dass die Rahmenbedingungen für ein ökologisch, gesundheitlich und sozial verträgliches Leben auch auf politischer Ebene angegangen und verändert werden müssen.

Nun bin ich ganz sicher nicht frei von Zweifeln, was parteipolitisches Engagement im Allgemeinen oder im Speziellen anbelangt und mir gefällt auch nicht IMMER ALLES, was die Grünen wollen.

Doch ich bin jemand, der Visionen von einer lebenswerten und sozial gerechteren Zukunft hat. Durch unser Experiment sind wir diesen Visionen in der Praxis einen Schritt näher gekommen – mit allen notwendigen Kompromissen. Gerade diese Kompromissbereitschaft hat das Experiment für uns so erfolgreich und wenn ich den vielen positiven Rückmeldungen glauben darf – für viel so glaubwürdig und authentisch – gemacht.

Natürlich gibt es auch keine Partei, die meine Visionen und Wünsche für eine „bessere Welt“ oder auch nur für ein „besseres Österreich“ zu 100% vertritt. Aber: nach den Erfahrungen der letzten Jahre, bin ich überzeugt davon, dass die Grünen das im Moment hier in Österreich jedenfalls am ehesten tun.

Deshalb habe ich mich entschlossen bei dieser Nationalratswahl für die Grünen zu kandidieren. Und deshalb nutze ich heute auch diesen Blog, um Euch zu bitten, jedenfalls von Eurem Wahlrecht Gebrauch zu machen. Diejenigen, die noch unentschlossen, „politikverdrossen“ oder einfach der Meinung sind, dass Menschen wie ich, sich auch in Zukunft vermehrt politisch engagieren sollten, sind natürlich auch herzlich dazu aufgerufen, mir eine Vorzugsstimme zu geben.

Auch wenn es diesmal vielleicht noch nicht für den Einzug in den Nationalrat reichen wird , ist doch jede Vorzugsstimme für mich eine Motivation weiterzumachen.

Es gibt keinen Planet B: alles, was uns wichtig ist, sozialer Zusammenhalt, intakte Lebensräume, Gesundheit, Bildung, Kultur,  Arbeitsplätze, jede Art von sinnvoller Wirtschaft……hängt letztlich davon ab, dass der Planet A in bestmöglichem Zustand ist.

In diesem Sinne möchte ich meinen heutigen Beitrag mit einem Zitat aus Werner Bootes neuen Film „Population Boom“ abschließen, den ich gerade bei der Premiere in Graz gesehen habe:

„Entscheidend ist nicht wie viele Menschen auf unserer Erde leben, sondern wie wir Menschen miteinander und der Welt umgehen“

(Dazu in Kürze mehr!)

 

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Was kann man bedenkenlos verschwenden? – Verwirrung ist angebracht

Ich erinnere mich noch sehr gut daran, wie wir zu Beginn unseres Experiments vor nunmehr beinahe 4 Jahren fast krampfhaft versucht haben, für unzählige Plastikartikel einen Ersatz aus anderen Materialien zu finden.

Die Verwirrung, von der Sabine in ihrem Kommentar angesichts der unterschiedlichen Nachteile verschiedener Materialien gesprochen hat, hat mich wieder an diese Zeit erinnert und auch bei meinen Lesungen, werde ich in diesem Zusammenhang immer wieder mit Fragen und Unsicherheiten konfrontiert:

Für Papierproduktion wird Holz verbraucht, in Recyclingpapier finden sich oft schädliche Rückstände und Schwermetalle, Glas ist energieaufwendig in der Erzeugung und im Recycling und noch dazu ziemlich schwer, für Bioplastik werden oft Nahrungsmittel als Rohstoff verwendet, Aluproduktion erfordert nicht nur unglaublich viel Energie sondern hinterlässt auch riesige Mengen an giftigen Abfallprodukten und steht noch dazu im Verdacht, verschiedenste gesundheitliche Probleme zu verursachen,….und so weiter und so fort!

Verwirrung ist also durchaus angebracht, denn das unreflektierte Ersetzen eines Materials durch andere kann leicht vom Regen in die Traufe führen.

Von der Überflussentwicklung der letzten 50 Jahre, ist mittlerweile nahezu alles betroffen, was wir in irgendeiner Weise konsumieren oder verbrauchen können.

Und damit sind wir an einem sehr wesentlichen Punkt angelangt, der mich bei unseren „Antiplastikrecherchen“ immer wieder beschäftigt hat:

Es gibt einfach kein prinzipiell „gutes“ oder „schlechtes“ Material – es kommt immer darauf an wie, wofür und nicht zuletzt in welcher Menge wir es verwenden.

Gäbe es einen 100% Schadstofffreien Kunststoff und könnte gewährleistet werden, dass dieser auch zu 100% wiederverwertet wird, so wäre wohl kaum was dagegen einzuwenden.

Meine über 25 Jahre alte Alu – Proviantdose, mit der ich hin und wieder Käse einkaufe,  halte ich auch für kein großes Problem. (Auch wenn ich mir heute sicher keine neue Aludose mehr kaufen würde!!)

Und wenn ich mir – was mittlerweile höchstens alle 2 bis 3 Monate vorkommt – mal ein Packerl Chips leiste, hab ich keinen Funken schlechten Gewissens und schon gar keine Bedenken in Bezug auf meine Gesundheit.

Langer Rede kurzer Sinn:

Ich glaube wir dürfen langsam wieder beginnen auf unseren „gesunden Hausverstand“ zu vertrauen. Wir brauchen keine wissenschaftlichen Studien um unseren täglichen Einkauf zu erledigen.

Dass die Verschwendung von Material egal welcher Art nichts Gutes ist, kann jeder von uns selber spüren.

Dass Materialien wie Holz, Glas, Ton oder Stein, die bereits seit Jahrtausenden von der Menschheit verwendet werden, tendenziell weniger gesundheitliche Risiken beinhalten, als chemisch erzeugte Stoffe oder das erst seit vergleichsweise kurzer Zeit bekannte Aluminium, kann man sich auch noch gerade zusammenreimen. Und dass dennoch nicht immer alles vermeidbar ist (oder wir nicht immer alles vermeiden wollen), was uns prinzipiell suspekt erscheint, ist eben ein normaler Teil der menschlichen „Unperfektheit“.

Nichts desto trotz können wir verdammt viel tun.

Dass wir nach wie vor nicht einmal einen ganzen Gelben Sack voll Plastikmüll pro Jahr in unserer Familie produzieren, bestätigt mich seit Jahren in dieser Überzeugung. Und dass wir über die Beschäftigung mit diesem Thema auch in vielen anderen Bereichen weitaus kritischer und vor allem viel weniger Konsumfreudig geworden sind, sehe ich mittlerweile nicht mehr als Nebeneffekt sondern als eine der wichtigsten Folgen unseres Experiments!

In diesem Sinne wünsche ich Euch allen weiterhin viel Mut, Ausdauer und natürlich auch Spaß beim „unperfekten“ Erkunden von Alternativen!

Und, um Euch das Erkunden zu erleichtern, hier wieder einmal eine neue Sammlung von Tipps und Produkten. Danke Esther!!!

http://www.accakassel.de/ACCA/UmweltBeratung+Bildung_files/0_plastik_mitwelt_schonend_rezepte_produkte_Weinz_Kassel_Umwelt_Coach.pdf

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