Sandra Krautwaschl

Sandra Krautwaschl

Ich bin im November 1971 geboren und in der oststeirischen Kleinstadt Gleisdorf aufgewachsen. Dort habe ich auch das Gymnasium besucht und maturiert. Nach der Ausbildung zur Physiotherapeutin habe ich 1994 in einem Ambulatorium für Kinder und Jugendliche zu arbeiten begonnen. Dort habe ich auch meinen Mann Peter kennengelernt. 1996 kam unser erster Sohn Samuel zur Welt, 1999 unsere Tochter Marlene und 2001 Leonard.

Schon in meiner Kindheit und Jugend hat mich der Zustand der Welt und dessen Auswirkungen auf das menschliche Zusammenleben sehr beschäftigt. Und die eigenen Kinder waren dann wieder ein Anlass, sich mit vielen Themen noch gezielter auseinander zu setzen. In unserem Alltagsleben als Familie haben daher „ökologische Aspekte“ schon immer eine große Rolle gespielt. Wir hatten immer nur (maximal) ein Auto und verwenden es so selten wie möglich. Der Speiseplan besteht in erster Linie aus regionalen, saisonalen Biolebensmitteln. Fleisch gibt es 1- bis 2-mal im Monat.  Ein Teil der Familie ernährt sich vegetarisch. Was kaputt ist, wird solange es irgendwie möglich ist, repariert. Kleidung Großteils gebraucht gekauft oder im „Kostnixladen“ erworben bzw. getauscht. Mein Mann und ich sind seit rund 23 Jahren nicht mehr geflogen.

Und seit dem Jahr 2009 (nachdem ich damals den Film „Plastic Planet“ gesehen hatte) leben wir nun so gut wie ohne Wegwerfplastik (ungefähr ein halber bis ein ganzer Gelber Sack kommt ein einem ganzen Jahr zusammen) und auch sonst hat sich der Müll in unserem Haushalt drastisch reduziert. Und sind damit auch nach wie vor sehr zufrieden. 2012 erschien mein Buch „Plastikfreie Zone“ und seither habe ich hunderte Vorträge und Workshops dazu gehalten und werde nach wie vor ständig dazu eingeladen.

Bald nachdem wir 2009 mit unserem Experiment „plastikfrei Einkaufen“ begonnen hatten, wurde mir auch klar, dass es wenig Sinn macht, die Verschwendung von Plastik einfach nur auf andere Materialien zu verlagern. Und dass es beim Versuch, das eigene Konsumverhalten grundlegend zu verändern, oftmals Hindernisse gibt, die für einzelne Menschen kaum zu verändern sind. Letztlich war diese Erkenntnis dafür ausschlaggebend, dass ich begonnen habe, mich bei der Grünen Partei zu engagieren und nun seit 2015 als Landtagsabgeordnete der Grünen in der Steiermark tätig bin.

In dieser Funktion beschäftige ich mich nun seit über 3 Jahren mit den Rahmenbedingungen, die für menschlich erzeugte Phänomene wie die aktuelle Klimakrise mit ihren weltweiten Folgen (Flucht, Kriege, Zerstörung von Lebensgrundlagen,…), Ressourcenverschwendung, „Vermüllung“ unserer Ozeane und Landschaften,…verantwortlich sind.

Dabei kann ich einerseits an mir selbst beobachten, dass ich es immer wichtiger finde, mich persönlich diesem wahnwitzigen „Konsumismus“ soweit wie möglich zu entziehen – und zwar unabhängig vom Material! Auf der anderen Seite wird mir auch täglich klarer, dass es ohne das (politische) Engagement von vielen Menschen wahrscheinlich nicht gelingen wird, die anstehenden Probleme (insbesondere die Klimakrise) noch rechtzeitig zu lösen. Rechtzeitig, im Sinne der nächsten Generation zumindest in Europa. Und rechtezeitig, um (noch) schlimmere humanitäre Katastrophen in anderen Teilen der Welt abzuwenden.

Der Kampf gegen einen „Plastikplaneten“ ist dabei zwar nur ein Teilaspekt, aber er steht sinnbildlich für ein System, das auf Ausbeutung von Menschen und Natur basiert und das dringend verändert werden muss. Und der Vorteil an diesem konkreten Thema ist nun mal, dass es im Gegensatz zu vielen anderen Problemstellungen wirklich für jeden Menschen sichtbar ist!

Ich würde mich selbst als „radikale Optimistin“ beschreiben. Es war und ist für mich nicht vorstellbar, unbefriedigende oder ungerechte Bedingungen, einfach hinzunehmen. Deshalb sehe ich einfach keine Alternative dazu, selbst an der aus meiner Sicht notwendigen Veränderung mitzuwirken. Und in den vielen Jahren meiner Vortragstätigkeit und auch in den letzten 3 Jahren als Politikerin habe ich unzählige Menschen kennen gelernt, die das auch wollen und tun. Mein Optimismus ist also sicher berechtigt! Jetzt gilt es einerseits, die Kräfte zu bündeln und andererseits auf der politischen Ebene, die richtigen Entscheidungen voranzutreiben. Und zwar rasch!

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