Schluss mit „Gratisplastikverschwendung“

Ein schönes Beispiel dafür wie positiv lenkend sich auch verhältnismäßig sehr geringe Preise für Plastiksackerl auf das Verhalten der KundInnen auswirken, erlebte ich unlängst in einer Libro – Filiale in Graz.
Der junge Mann, der vor mir an der Kasse war, hatte sage und schreibe zwei Stifte und ein dünnes Taschenbuch erstanden, bemerkte allerdings direkt nachdem er bezahlt hatte, dass er keine entsprechende Transportverpackung für seinen Einkauf bei sich hatte. Durch diesen subjektiven Mangel sah er sich prompt dazu veranlasst, nach einem Sackerl zu fragen. Während der freundliche Verkäufer nach einem Plastiksackerl griff, anwortete er:“Gerne, aber dafür muss ich 25 Cent verrechnen!“
Daraufhin schüttelte der junge Mann nur kurz seinen Kopf, packte die zwei Stifte in seine Jackerntasche und das Buch in den Rucksack, den er bis dahin – anscheinend unbemerkt – am Rücken getragen hatte und meinte schließlich ganz fröhlich:“ So geht’s ja auch!“

Tja, so einfach geht’s ja auch! Und mit ein bisschen Mitdenken geht sogar noch viel mehr! Wenn man zum Beispiel 2 oder 3 Stofftaschen in den Rucksack einpackt, schafft man es mitunter sogar, einen vollständigen Wocheneinkauf für eine 5-köpfige Familie nach Hause zu transportieren, ohne dabei irgendeine Art von zusätzlichen Sackerln zu verbrauchen.

Diese Tatsache ist mir persönlich nun ja nicht mehr neu, in diesem speziellen Fall war es aber dennoch faszinierend, welch bedeutenden Unterschied 25 Cent machen können. Wäre das Sackerl gratis gewesen, wäre es unnötigerweise verbraucht worden!
Ein Plädoyer für das Verbot von Gratisplastiksackerln (zumindest!), das es im Übrigen in vielen anderen Ländern und Regionen schon gibt. Gerade in Zeiten von Schulden – und sonstigen Krisen wäre das doch ein erster winzig kleiner Schritt irgendwo damit anzufangen, mit der Verschwendung aufzuhören!!

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7 Gedanken zu „Schluss mit „Gratisplastikverschwendung““

  1. Bein uns in D gibts zumindest bei ALDI Süd schon Tüten aus Bioplastik. Leider sind die teurer als die Plastiktüten. Ich habe nun an den Konzern geschrieben, warum überhaupt noch normale Tüten angeboten werden. Auch wenn diese aus recycling-Plastik sind, bleibt ja immer noch das Problem der Unverrottbarkeit, wenn diese Tüten dem recyclingkreislauf eben nicht mehr zugeführt werden! Auf die Antwort bin ich gespannt. Leider gibts auch überall woanders Gratistüten – am Obststand, in der Apotheke und und und – die man gut durch Biotüten oder Papiersackerl ersetzen könnte. Oder ersatzlos streichen!

  2. Die Szene kommt mir sehr bekannt vor!
    Ich stand auch schon öfter im Supermarkt an der Kasse ud wunderte mich über die Leute.
    Da hatte der Mann vor mir einen Rucksack dabei und kaufte trotzdem eine Plastiktüte…

  3. Es wäre schon viel damit getan, wenn Plastiktüten in den Geschäften generell nicht mehr gratis wären. Die großen Tüten kosten einen Spottpreis, die kleinen Tütchen in der Apotheke, dem Zeitschriftenkiosk, ja sogar im Biomarkt gibt es umsonst.

    Mein Vorschlag deshalb:
    – Verweigert konsequent Tüten! Auch wenn der voreilige Verkäufer die Ware schon drin verpackt hat: Ein höfliches „Danke, ich nehm’s so“ kostet niemanden etwas.
    – Macht euch stark für ein EU-weites Verbot von Gratis-Plastiktüten!
    – Setzt euch dafür ein, dass Plastiktüten teurer sind als Papiertüten oder solche aus Bio-Plastik! Geht eurem Händler auf die Nerven, sprecht den Supermarkt-Chef an, schreibt an die Konzern-zentralen! Ihr werdet erst mal nichts erreichen, aber je mehr Anfragen kommen, desto stärker wird der Druck, etwas zu ändern.
    – Fragt euren Gemüsehändler, den Abteilungsleiter in der Gemüseabteilung, warum es keine Papiertüten fürs Obst gibt! Sagt, dass ihr dort nicht gern kauft, wenn es alles in Plastik gibt!
    – Verschenkt Stoffbeutel an eure Verwandten und Bekannten! Bemalt, bestickt, verziert sie – eine selbstbemalte Stofftüte meiner Tochter verwende ich nach 10 (!) Jahren noch!

    Zumindest in Deutschland ist jeder Einzelhändler schon seit Jahren dazu verpflichtet, Verkaufsverpackungen zurückzunehmen. In den großen Supermärkten und Discountern stehen extra Container dazu bereit.
    – Nutzt diese Möglichkeit konsequent! Jede Plastikfolie, jeder Blister und jeder überflüssige Karton muss von den Geschäften teuer entsorgt werden. Je voller die Container, desto größer der Druck auf die Händler, hier etwas zu ändern und vielleicht mal mit den Zulieferern zu reden!
    – Fehlt eine solche Entsorgungsmöglichkeit, sprecht euren Marktleiter auf seine Verpflichtung an! Lasst euren Krempel an Plastikmüll – so ihr keine Alternative zu plastikarmem Einkauf hattet – bei ihm im Verkaufsraum liegen! Zur Not informiert das Ordnungsamt!

    Wir können nicht überall auf Kunststoffe verzichten.
    Angesichts der Unverwüstlichkeit der meisten Kunststoffe und der Herstellung aus dem knappen Rohstoff Erdöl sollte aber jede Verwendung ernsthaft auf ihre Notwendigkeit geprüft werden. Die Einwegspritze aus Kunststoff – JA! Die Gurke im „Ganzkörper-Kondom“ – ganz entschiedenes NEIN!

    Diesen meinen Beitrag und viele andere Beiträge anderer leute zum gleichen Thema könnt ihr lesen auf:

    http://www.greenactive.de

    Dies ist eine Pattform für Leute, die sich über alle möglichen Umweltthemen austauschen möchten. Eigeninitiative ist hier gefragt und erwünscht und wer mag, findet über die Suche Gleichgesinnte in der eigenen Region!
    Organisiert wird diese Plattform von Grennpeace. Das nenn ich mal ein euchtes Social Network!

  4. Wunderbar, dass es zu diesem Schritt gekommen ist!

    Bioplastik ist leider auch nicht die richtige Antwort. Das beste ist tasächlich, einfach immer ein/zwei Stoffbeutel dabei zu haben. Und mittlerweile gibt es da ja auch richtig schöne (von den wunderbaren, selbstgemachten mal ganz abgesehen).

  5. Tatsächlich würde ein konsequenter Verzicht auf Plastiktüten in D den Erdölverbrauch in D um eine Zahl im Promillebereich senken. Weltweit wäre der Verzicht auf „Gratisplastiksackerln“ in D nicht spürbar und völlig irrelevant.

    ABER:

    Interessant sind keine Prozentangaben, sondern reale Zahlen.

    Rein statistisch gesehen verbraucht jeder Deutsche 65 Platiktüten im Jahr. Wenn ich mal beide Augen darüber zudrücke, dass vermutlich die Tütchen für Gemüse, die Tütchen für die Arzneimittel aus der Apotheke etc. bei dieser Statistik noch gar nicht mitgezählt werden, bleiben bei 80 Mio. Einwohnern, die D hat, immer noch 5,2 Milliarden Plastiktüten im Jahr. Wenn man rechnet, dass – einschließlich der Energie für die Herstellung – aus einem Liter Erdöl nur 20 Plastiktüten werden, bedeutet dies, dass wir Jahr für Jahr 260 Millionen Liter Erdöl für ein Produkt verwenden, das wir problemlos ersetzen können.
    Von dieser Zahl dürfen wir 50 – 75% abziehen, da Plastiktüten in D auch aus recyceltem Kunststoff hergestellt werden.
    Das heißt, durch eine konsequente Verwendung von Alternativen zu Plastiktragetaschen blieben selbst bei großzügigster Annahme der Recyclingquoten noch immer 65 Mio Liter Erdöl, die „für nichts“ verschwendet werden.

    Können wir diese Zahl wirklich ignoieren?

    Ich meine NEIN!

    Und wenn diese Zahl immer noch nur einen Bruchteil unseres Gesamt-Erdölverbrauchss benennt, dann heißt dies nicht, dass wir auf diesen Bruchteil verzichten können.
    Wie sagte Oma: „Kleinvieh macht auch Mist“!

  6. Juhu! Heute wurde mir bei dm zum ersten Mal KEIN kostenloses Plastiksackerl angeboten. Die meinen ihre Stofftaschenaktion wohl wirklich ernst. Und ich habe sowieso meinen Rucksack immer zum Einpacken dabei. Viele Grüße
    Charlotte

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