„Farbe ins Gesicht schmieren“

Heute komme ich also endlich zu dem Thema, das mein Sohn Samuel schon ganz zu Beginn des Experiments als eines der „Hauptprobleme“ identifiziert hat (O-Ton Samuel: „Die Mama wird am meisten Probleme haben, weil ihre Kosmetiksachen sind alle aus Plastik!“)

Obwohl aus meinem ursprünglichen Vorhaben einen Monat lang gänzlich auf Kosmetik zu verzichten, nichts geworden ist, möchte ich an dieser Stelle festhalten, dass ich mich dennoch zu den Frauen zähle, die sich auch ungeschminkt aus dem Haus „wagen“ – ich würde sogar sagen, dass das der Normalfall ist.

Wenn ich mir dann allerdings doch einmal „Farbe ins Gesicht schmiere“ (so wird das in unserer Familie allgemein genannt), muss ich mit umfassender Kritik sämtlicher Familienmitglieder rechnen. Peter, der sowieso findet, dass ich ungeschminkt besser aussehe, hat eine leichte Allergie (um nicht zu sagen Hysterie) gegen Lippenstifte, was sich mittlerweile auch schon auf Samuel und Leonard übertragen hat.

„Warum machst du das eigentlich?“ – Die Sinnfrage

Marlene hingegen steht während des Schminkens oft kopfschüttelnd, aber doch leicht fasziniert neben mir und stellt mir jedes Mal wieder dieselbe Frage: „Mama, warum machst du das?“ Offensichtlich ist es mir bisher noch nicht gelungen, diese Frage für sie zufriedenstellend zu beantworten.

Als ich mich jedoch im Zuge des Experiments selbst gefragt habe, was hinter meinen Schminkgewohnheiten steckt, habe ich festgestellt, dass es dabei gar nicht nur darum geht, mich „schöner“ zu fühlen (böse Zungen behaupten ja sogar, ich würde geschminkt älter aussehen, was in meinem Alter nun wirklich kein Kompliment mehr ist), sondern dass das Schminken selbst als „Ritual“ einfach irgendwie positiv besetzt ist. Auch wenn dieses Ritual natürlich in vielerlei Hinsicht fragwürdig ist (Woher kommt eigentlich die Idee, dass wir mit Farbe im Gesicht schöner aussehen? Warum glauben das eigentlich fast nur Frauen?), werde ich mich hier darauf beschränken die – ohnehin sehr raren – Alternativen vorzustellen, die mir gesundheitlich und ökologisch zumindest einigermaßen verträglich erscheinen.

Im „Rausch der Farben“ (Dekorative Kosmetik!) darf man natürlich nicht vergessen, dass auch noch jede Menge „pflegende Kosmetik“ darauf wartet, zur Erhaltung unserer Schönheit beizutragen. (Dazu gleich vorweg noch ein weiteres Geständnis: Auch ich habe mir in einem Anflug von leicht verspäteter „30er-Krise“ vor einigen Jahren schon mal eine Anti-Falten Creme gekauft. Sie ereilte allerdings dasselbe Schicksal wie das „Wunderwaschmittel“ aus meiner Kindheit. Der versprochene Effekt war zumindest mit den mir zur Verfügung stehenden Methoden nicht nachweisbar – vielleicht sind meine Falten ja einfach noch nicht tief genug…?)

Nun aber zu den Alternativen:

Das ist diesmal wirklich sehr einfach, denn ich habe zumindest im Bereich der dekorativen Kosmetik nur eine einzige Firma gefunden, deren Produkte ich guten Gewissens empfehlen kann: „Grüne Erde“.

Die Kosmetikartikel sind frei von synthetischen Konservierungsmitteln, Silikonen, Tensiden Duftstoffen und Mineralölen, zu mindestens 95 Prozent aus kontrolliertem biologischen Anbau und ohne Tierversuche hergestellt. Außerdem sind die Inhaltsstoffe (auch in Deutsch!) vollständig aufgelistet.

Besonders erfreulich ist, dass es von der Marke „Angana“ tatsächlich auch Rouge, Make-up, Lidschatten und Lippenstift in Ahornholzverpackungen gibt, die man nicht wegwerfen muss,  sondern wiederbefüllen kann, wenn der Inhalt aufgebraucht ist. Wenn man bedenkt, wie viel Verpackungsmüll bei Kosmetikartikeln im Verhältnis zum Inhalt normalerweise anfällt, ist alleine das schon ein wirklich guter Grund, umzusteigen!

Ich persönlich habe bisher allerdings nur den Lidschatten ausprobiert. Lippenstift verwende ich kaum (Peter!) und Make-up habe ich überhaupt noch nie verwendet und wollte auch für das Experiment nicht extra damit anfangen. Für alle, die so etwas verwenden wollen, sind die „Grüne Erde“ Produkte aber meiner Meinung nach eine wirklich gute Alternative.

Auch im Bereich der „pflegenden Kosmetik“ gibt es bei der „Grünen Erde“ noch sehr viele Artikel, die entweder in Papier oder in Glas verpackt sind und deren Inhaltsstoffe ebenfalls den oben genannten Kriterien entsprechen.

Erdöl ins Gesicht schmieren?

Ein Skeptiker aus meinem Bekanntenkreis hat übrigens unlängst erst zu mir gesagt: „Wenn du so auf Natur stehst, kannst du ja eh Erdölprodukte verwenden. Erdöl ist ja auch ein reines Naturprodukt!“

Nun ja, ich musste ihm prinzipiell Recht geben, allerdings mit der kleinen Zusatzbemerkung, dass wohl kaum jemand auf die Idee kommen würde, das reine Naturprodukt Erdöl direkt auf die Haut aufzutragen. Die Tatsache, dass ich mir gar nicht vorstellen mag, wie aus einem giftigen, stinkenden, braunen Stoff all die netten Kosmetikprodukte und ihre Verpackungen werden können, wird mich wohl zukünftig davor bewahren zum Zwecke der „Verschönerung“ zu solchen Mitteln zu greifen.

Im Zweifelsfall gilt wie so oft das „Weniger ist mehr – Prinzip“, wodurch sich auch die höheren Kosten von qualitativ hochwertigen Kosmetikartikeln wieder relativieren!

Ein persönliches Kaufkriterium noch zum Abschluss: Nichts kaufen, was Inhaltsstoffe enthält, die mein siebenjähriger Sohn Leonard nicht problemlos lesen und aussprechen kann!

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9 Gedanken zu „„Farbe ins Gesicht schmieren““

  1. Eine Heil-Salbe, die mit medizinischen Zusatzstoffen versetzt ist, wird auf die Haut aufgetragen, damit diese Stoffe in den Körper eindringen und ihre Wirkung tun. Warum kommt uns niemals der Gedanke, daß die möglicherweise problematischen Zusatzstoffe jener „kosmetischen“ Salben und Cremen, die auf Erdöl basieren, in uns eindringen können? Ebenso wird eine Hautcreme, die sich wochenlang in einer Plastikflasche oder in einem Plastikdöschen befindet, Problemstoffe aus dem Plastik aufnehmen. Von dort gelangen sie auf unsere Haut und damit weiter in unseren Körper. Tag für Tag. Manche dieser Cremen riechen ja schon wie Plastik (wenn das Parfum zu schwach ist).

  2. Vielen Dank für die Produktempfehlung! Ich verwende selten Make Up, habe mir aber auch schon die Frage gestellt, wo es Make Up in plastikfreier Verpackung gibt!
    Was mir bei grüner Erde gefällt, dass sie typgerechte (Wintertyp, Sommertyp,…) Lidschatten haben. Das habe ich noch nirgendwo gesehen. Statt allen Farben (grellpink, neon etc…was sowieso wie angemalt wirkt) natürlich Nuancen 🙂

    Lg, Laura

  3. Als Pharmzeut muss ich anmerken, dass Salbengrundlagen auf Erdölbasis (Paraffine) gerne verwendet werden, da es (mehr oder weniger) die einzigen sind, die normalerweise keine Allergien auslösen bzw. diesbezgl. am unkritischsten sind. Dafür gibt es bei hohem Paraffingehalt ggf. andere Probleme: http://de.wikipedia.org/wiki/Paraffin#Gefahren
    Bei pflanzlichen Produkten (Avocado, Soja…) ist es andererseits oft so, dass der eine oder andere allergisch auf die eine oder andere Salbe oder Creme reagiert, außerdem sind sie nicht so lange haltbar. Das bedeutet nicht, dass sie schlechter sind, aber man muss evtl. als Allergiker mehr rumprobieren. Die Pharma möchte natürlich möglichst viele Kunden mit der gleichen Creme erreichen…

  4. Ich wollte nur noch auf Lush verweisen (http://www.lush-shop.de/ oder https://www.lush.at/lushat/home.nsf etc). Ich benutze deren Produkte schon seit Jahren und habe auch schon viele andere (inkl. diverse Männer) davon überzeugen können.

    Viele Produkte werden ohne Umverpackung verkauft, z.B. Seifen, Gesichtsreiniger (teilweise), Shampoos (!) und Deodorants. Ich hatte lange nach einem Deo ohne Aluminium gesucht und neben einem aus der Apotheke (teuer und mit Umverpackung), hatte ich nur die von Lush entdeckt und lieben gelernt. Generell versucht die Firma so ökologisch wie möglich die Produkte herzustellen und über Herstellung, Transport und Recycling kritisch nachzudenken, auch wenn einiges wahrscheinlich auch noch verbesserungswürdig ist (so hat es lange gedauert, bis die Firma sich dazu entschieden hat, die Umverpackungen von Cremes etc zurückzunehmen und zu recyceln).

    Soweit ich weiss, bietet Lush kein Make up an, eher Seifen und Cremes, da ich aber auch sehr selten Make-Up verwende war das für mich bisher kein Problem.

  5. als pflege-kosmetika koennte ich evt. noch weleda empfehlen („natur“kosmetik in metall/glas/papier)
    erhaeltlich bei der drogeriekette mit dem kuerzeren namen.

  6. Nachdem ich eben unter der Dusche stand und der Einweg-Rasierer mal wieder stumpf war, habe ich mich gefragt, ob schon jemand eine Alternative zu den handelsüblichen Rasierern gefunden hat?
    Das Einwegrasierer die schlechteste Alternative sind, das weiß ich. Aber auch solche Frauenrasierer, deren Klinge man beim dritten Mal auswechseln muss, sind für mich keine super Alternative, da die Klingen meistens sehr teuer sind.
    Weiß vielleicht jemand, ob man irgendwo Rasierer kaufen kann, deren Klingen man selbst schärfen kann? Und die trotzdem für jeglichen Rasuren geeignet sind?

  7. Hallöchen Respekt, ich bin seit Jahren dabei umzustellen, weil mich massive Migräneanfälle (jeden 2. Tag geplagt hatten), ein Aufenthalt in der Migräneklinik brachte auch keine Erkenntnisse, so musste ich selber Aktiv werden, Ernährungsumstellung sowie Umstellung im Bereich Kosmetika, und ich muss sagen Naturkosmtik ist das beste was es gibt, denn es ist Tierversuchsfrei und erheblich ergibiger als konventionelle Kosmetika, abgesehen von der Einsparung von Schadstoffen… meine favorisierten Marken sind Lavera, Alverde, Sante, Alterra etc… allerdings würde ich von Lush Sachen die Finger lassen, ich weiß eine Kommentatorin schwärmte dafür, aber Lush sachen enthalten Konserfvierungsmittel undkrebserregende Nitrosamine. Das musste ich einfach noch mal loswerden.Liebe Grüße aus dem hohen Norden

  8. Liebe Chrissy!

    Danke für Deinen Kommentar und Deine Hinweise.
    Soweit ich mich erinnere bin ich auf die Fa. Lush wegen der Haarshamponseife hingewiesen worden. Ich habe inzwischen einige davon ausprobiert, bin aber prinzipiell bei allen größeren Ketten immer eher skeptisch. Ich habe bezüglich Konservierungsmittel aber nicht dezitiert nachgefragt.

    Grundsätzlich ist es mir lieber und finde ich es sinnvoller Produkte zu verwenden, die ich ganz in der Nähe kaufen kann und die aus kleineren Produktionen stammen bzw. tatsächlich Biokosmetikkriterien erfüllen.
    Inzwischen habe ich davon zum Glück sehr viele verschiedene Quellen gefunden und habe daher eine wirklich gute Auswahl zur Verfügung.

    Lg Sandra

  9. Hallo
    Wollte nur darauf hinweisen dass die Grundlage für fast jedes Duschgel/Schampo(sonstige kosmetik) Erdöl ist.
    Meine alternative ist Ringana. Produziert wird in Österreich. Erhältlich über Internet wird es frisch produziert und dierekt zum Kunden geliefert innerhalb weniger Tage. (ohne Zwischenhändler)Es ist nicht nur Bio- und Naturkosmetik sondern auch „Frischekosmetik“. Es werden keinerlei chemische konservierungsstoffe verwendet! Ausdem wird mit der dermatologie in Graz zusammengearbeitet wegen ev. allergischen reaktionen.
    Der einzige Nachteil es werden teilweise Plastikbehälter verwendet.

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