Putzen und Waschen (Teil 2)

Die eifrige Waschmitteldiskussion der letzten Tage hat mich veranlasst, endlich den zweiten Teil des (von mir eher ungeliebten) Putz- und Waschthemas zu schreiben. Nun ja, man schreibt eben lieber über Dinge, die einem Spaß machen… Nichts desto trotz ist das Thema „Waschen“ in einer fünfköpfigen Familie wie unserer einfach ein „Dauerbrenner“.

Wäscheberge

Unsere Kinder haben relativ viel – dafür aber hauptsächlich gebrauche – Kleidung, die wir in erster Linie von Freunden und Bekannten geschenkt bekommen. Das hat den Vorteil, dass wir extrem wenig Geld für Kinderkleidung ausgeben und diverse Schadstoffe aus den Kleidungsstücken schon vorher ziemlich herausgewaschen sein dürften. Ich habe also das gute Gefühl, dass unsere Kinder relativ „gesunde“ Kleidung tragen, auch wenn nicht alles aus Biobaumwolle besteht.

Der Nachteil der großen Kleidungsauswahl ist allerdings, dass die Kinder zu einem sehr inflationären Umgang mit ihren Sachen neigen. Nach meiner Erfahrung ziehen sich Kinder prinzipiell gerne um, und die Aufforderung Kleidungsstücke wieder wegzuräumen führt ohne entsprechende Kontrolle meist dazu, dass Berge von maximal einmal getragenen Stücken in der Schmutzwäsche landen. Dass „Wäschesparen“ etwas mit Umweltschutz zu tun hat, gehört zur Bewusstseinsbildung und in diesem Fall natürlich zur Erziehung der Kinder . Die bisher effizienteste Art, ihnen das Wäschesparen beizubringen, ist das „selber Wegräumen“ der Wäsche .  Trotz anfänglicher Proteste und des Vorwurfs der „Kinderarbeit“, hat diese Maßnahme tatsächlich zu einer deutlichen Schmutzwäscheersparnis geführt und ich kann sie daher bedenkenlos weiterempfehlen.

Dennoch bleibt natürlich immer noch eine recht stattliche Menge an Schmutzwäsche übrig. Unsere Waschmaschine läuft im Schnitt sicher fünf- bis sechsmal pro Woche. Um es gleich vorweg zu nehmen: Die wenig neue und doch so effiziente Erkenntnis im Umgang mit Waschmitteln lautet wie schon so oft – weniger verwenden!!

Ich habe bisher hauptsächlich flüssige Waschmittel verwendet, die es natürlich nur in Plastikflaschen gibt. Als Weichspüler bzw. Wasserenthärter verwende ich schon seit Jahren Essig, was einwandfrei funktioniert, günstig ist und auch der Waschmaschine bisher absolut nicht geschadet hat.

Plastikfreie und umweltschonende Alternativen, die ich ausprobiert habe, sind unter anderem Waschnüsse, Seifenflocken und Ökowaschmittel der Fa. Ecovert, Sonett und Almawin, wobei es von Sonett auch ein aus dem Großkanister nachfüllbares Flüssigwaschmittel gibt (im Bioladen). All diese Mittel sind meiner Meinung nach sowohl unserer Gesundheit, als auch unserer Umwelt weitaus zuträglicher als herkömmliche Waschmittel (die Phosphate, Chlor, …usw. enthalten). Und egal ob man Seifenflocken oder Waschnüsse offen kauft oder Ökowaschmittel aus der Kartonbox verwendet: Man vermeidet auf jeden Fall große Mengen an Plastikmüll.

Amtlich bestätigt!

Zum Thema Wäschewaschen habe ich übrigens auch einen Mediziner vom Bundesumweltamt befragt. Seine Aussage dazu war genauso klar wie einfach: Ein mildes Waschmittel (möglichst auf Seifenbasis) in der geringsten möglichen Dosierung verwenden. Seines Erachtens werden Waschmittel prinzipiell überdosiert, was nicht nur der Umwelt schadet, sondern auch für Haut- und sonstige gesundheitliche Probleme verantwortlich sein kann.

Ich persönlich bin jedenfalls mit der „Waschleistung“ meines gering dosierten Ökowaschmittels ausgesprochen zufrieden, zumal ich – wie schon in „Waschen und Putzen Teil 1“ erwähnt – auch vorher nie ein Wunderwaschmittel gefunden habe, das alle Flecken immer restlos entfernt hat.

Und es ist wirklich ein gutes Gefühl, in diesem doch so wichtigen Bereich des Haushalts kaum mehr Müll zu produzieren.

Fortsetzung folgt!

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14 Gedanken zu „Putzen und Waschen (Teil 2)“

  1. Hallo Sandra!
    Über den Essig hab ich mir auch schon Gedanken gemacht und mir fest vorgenommen wenn mein Weichspüler zu Ende geht auf Essig umzusteigen! Nun aber meine Frage: Wieviel Essig nimmst du? und Gibst du Essig pur hinein oder mit Wasser verdünnt?
    Lg Verena

    1. wir nehmen essenzin und verdünnen es ca 1:7 (früher in einen kanister, jetzt in eine glasflasch). davon so 1/8l ins weichspülerfach und fertig!

  2. Es gibt auch noch die Möglichkeit, einen Schuss Effektive Mikroorganismen (EM-A) auf das um die Hälfte reduzierte Waschmittel in das Waschmittelabteil.

    Oder auch 7 Tropfen Butzwasser auf ca 1/3tel der bisherigen Waschmittelmenge getropft. Macht auch Flecken deutlich besser raus. Butzwasser, das ist 100% Wasser, chemisch wie physisch, mit Lichtmatrixtechnologie.

    Oder das Butzwasser mit Waschnüssen kombiniert nehmen. Das Butzwasser nimmt die Flecken und entfernt auch sauber den seifig-schmierigen Rest der Waschnüsseseife, der sich nach dem mehrmaligen Waschen nur mit den Waschnüssen gerne in der Kleidung ansammelt.
    Liebe Grüße
    Roswitha

  3. Ich liebe es unsere Wäsche (3 Personen) mit Speisesoda zu waschen,
    die Wäsche fühlt sich danach so frisch, so biologisch natürlich an. Zum Ausgleich
    für die Waschmaschine (ölige Rückstände) wasche ich alle 2 Wochen einmal mit
    Fewa (2 Eßlöffel). Nach den gelesenen Infos werde ich statt Fewa Essig probieren….
    Liebe Grüße
    Monica

  4. Benutzt doch einfach Waschnüsse, die sind zu 100% biologisch, sind genauso effektiv, umwelt- kleidungs- und farbschonend und ihr braucht nichtmal einen Weichspüler. Gibt es zum Beispiel in DM oder ähnlichen Geschäften, ansonsten übers internet.
    Seitdem ich diese zum ersten Mal gekauft habe benutze ich nichts anderes mehr, und meine Wäsche (die teilweise schon arg verdreckt ist) ist auch immer sauber.

    Einen seifig schmierigen Rest von den Waschnüssen habe ich auch noch nicht entdeckt, aber die soll man ja auch nicht mehrmals verwenden (;

    1. Hallo,
      also Waschnüsse sind ja ansich eine tolle Idee. Allerdings solltet ihr bedenken, dass Waschnüsse ein traditionell indisches Waschmittel sind. Wenn sich jetzt die Nachfrage nach Waschnüssen durch mehr Konsum in Europa vergrößert führt das zu einer Preissteigerung die sich viele Inder wohl nicht leisten können. Nur mal so zum überlegen: Wie verträglich ist es wohl für die Umwelt wenn 1Milliarde Inder auf konventionelle chemische Waschmittel umsteigen?
      Zum anderen darf auch nicht vergessen werden das die Waschnüsse importiert werden müssen.
      Ich finde es ist wichtig zuerst zu schauen was man im eigenen Land finden kann.

      Liebe Grüße

  5. Die Frage ist, ob mit Waschnüssen nicht eine Verschiebung im Markt stattfindet: Wenn in Indien die Leute auf Vollwaschmittel umsteigen, weil die Waschnüsse nicht mehr bezahlbar sind, hieße das, dass dort die Umwelt belastet wird. Die wenigsten indischen Haushalte werden über die Kanalisation an ein Klärwerk angeschlossen sein. Das Waschwasser geht ungeklärt in die Natur.

    D.h., die Verbraucher in Europa erkaufen sich Ihr gutes Gewissen mit Waschnüssen, indem sie den Verbrauchern in Indien den Kauf von Vollwaschmittel aufzwingen. Das ist so ähnlich wie beim Mais; durch die stark erhöhte Nachfrage nach Mais explodierte in den Entwicklungsländern der Preis für Mais als Grundnahrungsmittel, so dass wieder Menschen hungern müssen.

  6. Hallo!

    Ich habe eine neue Waschmaschine und war unsicher, was den Einsatz von Essig als Wichspüler anbelangt.

    Hab aber unlängst was Tolles gefunden:

    Dr. Kohlmann Wäschepflege (auf Tonerde Basis), rein mineralisch, ohne Tenside und Konservierungsmittel
    habs noch nicht probiert, werds aber mal bestellen (gesehen bei manufactum.at)

    Ich weiß leider nicht, ob der Weichspüler innen in der Kartonbox noch in einem Plastiksackerl verpackt ist.
    Manufactum hat sogar den Katalog in einer kompostierbaren Folie verpackt, also nehme ich an, dass sie Plastik sparen 😉

    Liebe Grüße,

    Laura

  7. Hallo,
    ich möchte gern auf biologische Wasch- und Putzmittel umsteigen. Zu diesem Zweck hab ich als erstes mal meine Schränke durchforstet und erschrocken feststellen müssen dass sich eine Unmenge an Putzmitteln angesammelt hat, die ich wohl nie im Leben benutzen werde und auch nicht mehr möchte. Mal von dem ganzen Plastikmüll abgesehen, was mache ich denn mit dem Inhalt? Gibt es irgendeine Möglichkeit den umweltschonend zu entsorgen?

    Liebe Grüße

  8. Putzmittel u. weitere Dinge ohne Plastik
    Also manufactum (gibts in D, CH, UK. A=??) versucht möglichst Langlebiges anzubieten u. versucht bewusst Plastik zu vermeiden. Sie hatten z.B. mal Zahnpasta, die aus gemahlnen Baumnussschalenmehl bestand u. solche Dinge mehr. Oder Scheren ohne Plastikgriff, Messer ohne Plastik, glasdosen in Form von Tupperware… Leider sind ihnen die nicht-menschlichen Tiere scheissegal, daher kümmern sie sich nicht um die Tierversuchsproblematik oder Tropenholz oder bio, Hauptsache „edel u. langlebig“. Sie sind wenigstens insofern „halbpatzig“ Fair Trade, da sie möglichst nur Europäische hergestelltes Zeug in guter(oft auch handwerklicher) Qualität anbieten. Manche Dinge sind extrem teuer, andere erstaunlich billig.
    Doch findet sich auf ihrer Homepage auch eine gute Liste, der Putzmittel, die „wirklich“ gebraucht werden u. wie sie angewendet werden. Z.B. was mit putzessig alles gemacht werden kann. Der Manufactumkatalog lohnt sich auf jeden Fall für Plastikfreie(ist übrigens in Maisstärkesäckchen verpackt, statt Plastiktüte, nur 1 hauptkatalog pro Jahr)

    Ueber den Einsatz von Waschnüssen als verschiedenartiges Putzmittel(u.a. einen Orangenreiniger wenn ich mich recht entsinne), nachdem sie bereits 2 Mal zum Kleiderwaschen benutzt wurden, gab es vor 1 oder 2 jahren einen guten, praktischen beitrag in der Zeitschrift „natürlich gärtnern“ vom OLV-Verlag.

    Zum Fensterputzen:
    Als mein Mann im Zivildienst war, musste er alle Scheiben der Jugendherberge mit Wasser u. Zeitungspapier reinigen! c’est tout! Und es funktioniert auch bei unseren Privatscheiben, die wir nur alle 3 jahre oder noch erger putzen (So brauchts wenigstens keine PlastikRaubvögelKleber an den Scheiben, damit die Vögel nicht reinfliegen ;-). In einem alten Haushaltungsbuch von 1917 steht, für ganz arg dreckige Scheiben, solle mensch Brennesseln nehmen. DAS alte Haushaltungsbuch in der Schweiz war ca. während 90 Jahren: Susanna Müller: Das fleissige Hausmütterchen. In den ersten Ausgaben der 1860ern oder so stand noch das Kleiderwaschverfahren mit Asche beschrieben, in meiner Ausgabe von 1917 wird den gutbürgerlichen Damen empfohlen Seife/Waschpulver zu verwenden oder verwenden zu lassen… Diese Haushaltungsbücher waren Ende 19. Jh./anfang 20 jh. sehr populär im dt.sprachigen Raum, da die Damen möglichst wenig selbst tun sollten, aber doch noch genug von der Materie zu wissen hatten um die Angestellten überwachen zu können. Ich finde sie extrem informativ u. umfassend. In manchen wird auch mehr oder weniger auf die Lebensreformbewegung eingegangen, d.h. u.a. auch gesund essen, wirksame Heilkräuter statt erdölmedizin vom Pharmamulti, luftige Kleidung…, nicht nur möglichst viel Leichen futtern wie es sich für Gutbürgerliche zu gehören hatte. ich empfehle allen Haushaltinteressierten, sich dazu im Antiquariat beraten zu lassen oder in einer Bibliothek. Werke nach dem 2. Weltkrieg sind jedoch aus öko-u.-gesundheits-Optik genau anzuschauen, ihr Wert ist manchmal arg gering.
    mit freundlichen Grüssen
    Monika Beetschen
    sorry wegen den fehlenden Links, aber dazu bin ich zu müde.

  9. Vor ca. 1 Jahr ist die Mutter meines Freundes gestorben und ich habe ihren Badezimmerschrank ausgeräumt. Was es da alles an Putzmitteln gab – und natürlich alles in Platikflachen! Den Großteil davon habe ich inzwischen für Kloputzen verwendet, den Rest werde ich auch so entsorgen.
    Und ich habe zwischendurch immer wieder nachgedacht, warum sie das nie so machte wie ich: fürs Klo verwendete ich einmal pro Woche ca. 1 Eßlöffel billigen Haushaltsessig, weil ich die Essigessenz schon seit Jahren nirgends mehr finde.
    Zum Fensterputzen nehme ich Wasser mir einigen Tropfen Geschirrspülmittel Sodasan, weil sie so schneller trocknen – und ich putze sowieso nur 3 bis 4 mal im Jahr.
    Waschpulver verwende ich in meinem Einfrauhaushalt ein billiges von DM, niedrig dosiert, schon immer völlig ohne Weichspüler, und vertraue auf die städtische Kalalisation.
    Waschnüsse habe ich zwar ausssprobiert, aber der Geruch war mir zuwider. So eine Plastikflasche davon steht ja bei mir einige Monate offen. Und daß sie aus Indien kommen, war mich auch nicht recht.
    Na ja, und für Bad- und Küche- und Fußbodenputzen nehme ich Kristallsoda, gibt es auch bei DM. Das tut allen Gegenständen gut und meinen Händen und meiner Nase.
    Von Waschbär habe ich noch eine Fußbodenmilch für den Holzfußboden im Schlafzimmer, die verwende ich vielleicht fünf mal im Jahr – entsprechend lange komme ich mit einer Plastikflasche aus.
    Es ist wirklich sehr, sehr schwer, im Alltag ohne Plastikverpackung zu leben.
    Viele Grüße
    Charlottr

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