Wir sind wieder da!

Seit dem Beginn unseres Experiments „Kein Heim für Plastik“ sind nun bereits mehr als 9 Jahre vergangen. Damals waren wir mit unserem Experiment „exotisch“ – heute gibt es unzählige Menschen, die Ähnliches versuchen, Initiativen, Plattformen, Verpackungsfreie Läden, die „Zero Waste“ Bewegung, „Plastikfreie Städte“,…

Es ist also sehr viel passiert! Nicht nur in unserer Familie, sondern auch weltweit hat sich das kritische Bewusstsein in Bezug auf Plastik – speziell als Wegwerfprodukt – enorm gesteigert. Es gibt einen immer stärker werdenden gesellschaftlichen Konsens, dass wir so nicht weitermachen können. Denn die Folgen des wahnwitzigen Umgangs mit Kunststoff werden immer offensichtlicher und haben immer gravierendere Folgen: Müllinseln in den Ozeanen, Mikroplastik im menschlichen Körper, Millionen Meerestiere, die an Plastikteilen sterben, unfassbare Energieverschwendung und sinnloser CO2 Ausstoß,.

Für mich persönlich waren die Erfahrungen durch unser Experiment letztlich entscheidet für meinen Weg in die Politik. Denn es wurde sehr schnell klar, dass es kein Zufall ist, dass es zum Beispiel in Österreich noch immer kein flächendeckendes Pfandsystem gibt oder angebliche „Hygienebestimmungen“ ständig die Verschwendungen von Kunststoffen forcieren! Und das ist letztlich auch nur die Spitze des Eisbergs, denn wenn nicht schon am Beginn der Produktionskette entscheidende Veränderungen passieren, werden wir das Problem nicht dauerhaft in den Griff bekommen. Und es ist nunmal eine zutiefst politische Aufgabe, hier im wahrsten Sinne des Wortes „steuernd“ einzugreifen. Die Umsetzung einer „ökosozialen Steuerreform“ (eine jahrzehntelange Grüne Forderung!) war also noch nie so dringend wie jetzt! Seit 2015 bin ich nun Abgeordnete der Grünen im steirischen Landtag und habe nun schon sehr viel live miterlebt, worüber ich mich früher maximal gewundert habe. Eines ist jedenfalls sonnenklar: Ohne hartnäckiges Dranbleiben geht auch in der Politik einfach gar nichts!

Unsere Kinder sind inzwischen 22, 19 und 16 Jahre alt, leben teilweise schon nicht mehr zu Hause und gehen jeweils sehr unterschiedlich mit dem Thema um. Aber – so viel kann ich jetzt schon verraten – ich bin unheimlich stolz darauf, wie sie alle 3 diese Sache über all die Jahre mitgetragen haben.

Im Jahr 2012 ist mein Buch „Plastikfreie Zone“ erschienen und seither habe ich weniger häufig Blogeiträge geschrieben, war dafür aber enorm viel mit meinem Buch unterwegs und habe hunderte Vorträge im deutschsprachigen Raum gehalten. Und so groß wie jetzt war die Nachfrage noch nie! Deshalb habe ich mich – obwohl ich inzwischen auch einen „politischen Blog“  schreibe – entschlossen, Kein Heim für Plastik wieder zu aktivieren. Durch technische Probleme war der Blog leider längere Zeit offline und hat jetzt auch ein anderes Design als früher. Ich hoffe aber sehr, dass sich mit der Zeit wieder so lebhafte und interessante Diskussionen entwickeln und freue mich schon auf Eure Beiträge.

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8 Gedanken zu „Wir sind wieder da!“

  1. Super – ich habe gerade dein Buch gelesen und versuche mich als Nachahmerin. Mal sehen, wie weit ich komme mit meinem Projekt.
    Liebe Grüße aus Norddeutschland

      1. In der HS 1988 haben wir gelernt Ranshofen OÖ für das Aluminuimwerk ein Kohlekraftwerk betrieben wird. Ich habe von da an kaum mehr eine Alueinwegdose, später gekauft.
        1990 hat mir meine Mutter damals einen Plastiktragtasche voll Kunststoffverpackungen mit auf dem Moped zum Bauhof wo es abgegeben werden konnte. Mein Freund mit dem ich dann weiter in die nächste Stadt Steyr OÖ mitgefahren bin. Fragte mich damals warum wir die Verpackungen nicht einfach in die Mülltonne schmeissen wie NORMALE Leute.
        1992 hielt unser Berufsschllehrer meine 1L Glasmehrwegflasche vor unserer Klasse in die Höhe lobte mich dafür und sagte wir ersticken im Müll.
        Ich habe das Buch Plastik Planet gelesen und nach dem Tip von ihnen nur mehr Körper und Haarseifen gekauft in der Arbeit wasche ich meinen Einwegbecher wieder aus und verwende Mehrwegbecher aus Kunststoff oder Bambusspänen mir Korkdeckel vom EineWeltladen.
        Liebe Grüsse Markus Schweighuber

  2. Hallo Sandra
    Ich beschäftigte mich seit einiger Zeit mit dem Thema Plastikvermeidung und komme mir dabei vor als ob ich jahrelang geschlafen habe. Es ist sooo aufwendig Alternativen zu finden. Lese gerade Dein Buch und finde es sehr befreien das es Dir auch so ging.
    Vielen Dank dafür.

  3. Liebe Sandra!
    Wenn ich beim örtlichen Fischhändler Fische kaufe verpackt er mir z. Bsp. Saiblinge Forellen getrennt in einem Plastiksackerl, die beiden Säckchen wieder in ein Sackerl damit es dicht ist.
    Neuerdings nehme ich ein (Plastik) Geschirr mit und erspare mir so jedesmal…..
    Es ist zwar schwer Plastik zu vermeiden aber es gelingt immer öfter.
    Wiederverwendbare Verpackung wäre ein Ansatz, Auch Händler sollten diese Art der Verpackung offensiv anbieten.
    LG. Engelbert

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