Verschwendungsfreie Zone

Siebeneinhalb Jahre nach der Veröffentlichung von „Plastifreie Zone“, ist nun Sandras neues Buch, „Verschwendungsfreie Zone“, erschienen.

Sie beschreibt darin die Fortsetzung und die Konsequenzen unseres Selbstversuches einen Monat plastikfrei zu leben. Auch in ihren Einstieg in die Politik und über die Verantwortung der politischen Entscheidungsträger gibt dieses Buch einen Einblick. Sich vom Zuviel zu befreien und daduch ein glücklicheres, bewussteres Leben zu führen, kann uns allen helfen unseren Fokus auf die wirklich wichtigen Dinge des Lebens zu legen.

Hallo! Ich bins…

Ich bin Peter Rabensteiner, der Mann von Sandra Krautwaschl.

Da Sandra wegen ihrer politischen Tätigkeit kaum mehr Zeit für diesen Blog findet werde ich in nächster Zeit versuchen ein paar Beiträge zu gestalten. Heute möchte ich mich kurz vorstellen:

Ich bin 1965 geboren (und dadurch im „besten“ Plastikzeitalter aufgewachsen). Nach der Matura in einer Höheren Technischen Lehranstalt für Elektrotechnik absolvierte ich die Ausbildung zum Sonderschullehrer. 1989 begann ich in einer großen Behinderteneinrichtung in Graz zu arbeiten.

10 Jahre sind nun seit dem Beginn unseres Experimentes vergangen. 10 Jahre in denen sich in unserer Familie sehr viel verändert hat und auch in der Öffentlichkeit das Bewußtsein für die Problematik von Kunststoffen immer mehr Raum eingenommen hat. Plastiksackerlverbote in vielen Ländern, das Verbot von Bisphenol A, Pfandmodelle für Einweggebinde usw..

Nur: die Produktion von Kunststoffen ist noch immer im Steigen begriffen obwohl unsere Meere, Flüsse und Landschaften, viele Tiere und selbst unsere Körper teils enorme Mengen von Kunstoffbestandteilen aufweisen. Das bedeutet, dass noch sehr viel Arbeit und Engagement notwendig ist um die Verwendung (Verschwendung) von Kunststoffen in die richtige Richtung zu bringen. Sandra ist nicht zuletzt auch aus diesem Grund in die Politik gegangen um hier Ideen und neue Ansätze gegen Verschwendung allgemein und natürlich auch im Plastikbereich einzubringen und umzusetzen. Ich versuche sie dabei zu unterstützen und werde aus diesem Grund auch versuchen diesen BLOG am Leben zu erhalten!

Bis bald

Peter

Die Umweltaktivistin und der Filmemacher

Selten war ich so stolz auf meine Tochter Marlene wie heute morgen, als sie mir das folgende Video geschickt hat:

Unzählige Male wurde ich im Zuge unseres Experiments in den letzten 9 Jahren gefragt, „wie es denn den Kindern gehe“…und immer schwang der unterschwellige verdacht mit, dass unsere Kinder unter dem „Verzichtsexperiment“ ihrer Eltern doch wohl schon ein wenig leiden würden.

Sowohl wir als auch die Kinder haben über die Jahre immer wieder erklärt, dass es prinzipiell einfach Spaß macht, manchmal auch Ausnahmen gibt, uns nichts wirklich abgeht und es einfach gut ist, Dinge zu tun, von denen man überzeugt ist,….

Doch eine schönere Bestätigung als Marlenes Aussagen in diesem Interview gemeinsam mit Werner Boote, kann es für mich gar nicht geben. Es ist nicht nur ein wunderschönes Gefühl, wenn man als Mutter spürt, dass doch wohl einiges, was man über die Jahre vorgelebt hat, auch wirklich angekommen ist. Es stärkt auch meine Überzeugung, dass wir uns mit aller Kraft für die Veränderung der politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen hin zu einem ökologisch und sozial verträglichen und fairen System einsetzen müssen! Danke Marlene und danke Werner! 🙂

Von Nebelgranaten und plastikfreien Adventkalendern

 


In den letzten Tagen ist es bei mir rund gegangen: Am Freitag im Antenne Steiermark Studio und heute Nachmittag live bei Radio Steiermark – dazwischen einige Zeitungsinterviews.

Hier ein kurzer Zusammenschnitt vom Antenne Steiermark Interview:

Eigentlich wollte ich hier ein paar neue Blogbeiträge dazu schreiben. Doch beim Durchsehen meiner Beiträge seit 2009 habe ich bemerkt, dass ich zum Thema „Plastiksackerl“ tatsächlich schon so ziemlich alles geschrieben habe, was es dazu zu sagen gibt. Daher werde ich den aktuellen Anlass für einen „Plastikfreien Adventkalender“ nutzen! Morgen starte ich mit einer Geschichte „Von Nebelgranaten und plastikfreien Adventkalendern“ weiterlesen

Wir sind wieder da!

Seit dem Beginn unseres Experiments „Kein Heim für Plastik“ sind nun bereits mehr als 9 Jahre vergangen. Damals waren wir mit unserem Experiment „exotisch“ – heute gibt es unzählige Menschen, die Ähnliches versuchen, Initiativen, Plattformen, Verpackungsfreie Läden, die „Zero Waste“ Bewegung, „Plastikfreie Städte“,…

Es ist also sehr viel passiert! „Wir sind wieder da!“ weiterlesen

„Weg mit Wegwerfplastik!“ – Wir brauchen eine Revolution der Verweigerung und klare politische Entscheidungen

Es ist immer dasselbe Bild. Ich gehe ein paar Meter am Strand entlang, bin überwältigt von der Schönheit der Natur, den Farben, der Einzigartigkeit, dieser unglaublichen Kraft des Meeres…und dann: stolpere ich mit 100%iger Sicherheit „„Weg mit Wegwerfplastik!“ – Wir brauchen eine Revolution der Verweigerung und klare politische Entscheidungen“ weiterlesen

Pflege von Holzbürsten

Da mir dieser Tipp einer Leserin persönlich sehr geholfen hat, möchte ich heute an dieser Stelle nochmal öffentlich machen:

Mit Freude sehe ich viele Naturbürstel in Eurem Bad. Ihr habt mir soviel Boost gegeben mit Eurer Konsequenz, da möcht ich Euch auch was “geben” ^^ falls ihr das nicht eh schon wisst :
Bei Bürstel, die mit Wasser in Berührung kommen, das Holz vorher 2- 3 mal mit ein wenig Speiseöl einpflegen und nach Möglichkeit mit der nassen Seite nach unten trocknen lassen, damit die Feuchte nicht so ins Holz ziehen kann – das verlängert die Lebensdauer ein klein wenig .

Was kann man bedenkenlos verschwenden? – Verwirrung ist angebracht

Ich erinnere mich noch sehr gut daran, wie wir zu Beginn unseres Experiments vor nunmehr beinahe 4 Jahren fast krampfhaft versucht haben, für unzählige Plastikartikel einen Ersatz aus anderen Materialien zu finden.

Die Verwirrung, von der Sabine in ihrem Kommentar angesichts der unterschiedlichen Nachteile verschiedener Materialien gesprochen hat, hat mich wieder an diese Zeit erinnert und auch bei meinen Lesungen, werde ich in diesem Zusammenhang immer wieder mit Fragen und Unsicherheiten konfrontiert:

Für Papierproduktion wird Holz verbraucht, in Recyclingpapier finden sich oft schädliche Rückstände und Schwermetalle, Glas ist energieaufwendig in der Erzeugung und im Recycling und noch dazu ziemlich schwer, für Bioplastik werden oft Nahrungsmittel als Rohstoff verwendet, Aluproduktion erfordert nicht nur unglaublich viel Energie sondern hinterlässt auch riesige Mengen an giftigen Abfallprodukten und steht noch dazu im Verdacht, verschiedenste gesundheitliche Probleme zu verursachen,….und so weiter und so fort!

Verwirrung ist also durchaus angebracht, denn das unreflektierte Ersetzen eines Materials durch andere kann leicht vom Regen in die Traufe führen.

Von der Überflussentwicklung der letzten 50 Jahre, ist mittlerweile nahezu alles betroffen, was wir in irgendeiner Weise konsumieren oder verbrauchen können.

Und damit sind wir an einem sehr wesentlichen Punkt angelangt, der mich bei unseren „Antiplastikrecherchen“ immer wieder beschäftigt hat:

Es gibt einfach kein prinzipiell „gutes“ oder „schlechtes“ Material – es kommt immer darauf an wie, wofür und nicht zuletzt in welcher Menge wir es verwenden.

Gäbe es einen 100% Schadstofffreien Kunststoff und könnte gewährleistet werden, dass dieser auch zu 100% wiederverwertet wird, so wäre wohl kaum was dagegen einzuwenden.

Meine über 25 Jahre alte Alu – Proviantdose, mit der ich hin und wieder Käse einkaufe,  halte ich auch für kein großes Problem. (Auch wenn ich mir heute sicher keine neue Aludose mehr kaufen würde!!)

Und wenn ich mir – was mittlerweile höchstens alle 2 bis 3 Monate vorkommt – mal ein Packerl Chips leiste, hab ich keinen Funken schlechten Gewissens und schon gar keine Bedenken in Bezug auf meine Gesundheit.

Langer Rede kurzer Sinn:

Ich glaube wir dürfen langsam wieder beginnen auf unseren „gesunden Hausverstand“ zu vertrauen. Wir brauchen keine wissenschaftlichen Studien um unseren täglichen Einkauf zu erledigen.

Dass die Verschwendung von Material egal welcher Art nichts Gutes ist, kann jeder von uns selber spüren.

Dass Materialien wie Holz, Glas, Ton oder Stein, die bereits seit Jahrtausenden von der Menschheit verwendet werden, tendenziell weniger gesundheitliche Risiken beinhalten, als chemisch erzeugte Stoffe oder das erst seit vergleichsweise kurzer Zeit bekannte Aluminium, kann man sich auch noch gerade zusammenreimen. Und dass dennoch nicht immer alles vermeidbar ist (oder wir nicht immer alles vermeiden wollen), was uns prinzipiell suspekt erscheint, ist eben ein normaler Teil der menschlichen „Unperfektheit“.

Nichts desto trotz können wir verdammt viel tun.

Dass wir nach wie vor nicht einmal einen ganzen Gelben Sack voll Plastikmüll pro Jahr in unserer Familie produzieren, bestätigt mich seit Jahren in dieser Überzeugung. Und dass wir über die Beschäftigung mit diesem Thema auch in vielen anderen Bereichen weitaus kritischer und vor allem viel weniger Konsumfreudig geworden sind, sehe ich mittlerweile nicht mehr als Nebeneffekt sondern als eine der wichtigsten Folgen unseres Experiments!

In diesem Sinne wünsche ich Euch allen weiterhin viel Mut, Ausdauer und natürlich auch Spaß beim „unperfekten“ Erkunden von Alternativen!

Und, um Euch das Erkunden zu erleichtern, hier wieder einmal eine neue Sammlung von Tipps und Produkten. Danke Esther!!!

http://www.accakassel.de/ACCA/UmweltBeratung+Bildung_files/0_plastik_mitwelt_schonend_rezepte_produkte_Weinz_Kassel_Umwelt_Coach.pdf

Verbundenheit stärken

Nach den vielen Lesungen, Vorträgen und Diskussionen der letzte 8 Monate und der seit über 3 Jahren ungebrochen regen Anteilnahme an diesem Blog möchte ich mich heute wieder einmal ganz besonders bei allen Leserinnen und Lesern bedanken.

Gerade bei meinem letzten Vortrag in Oberösterreich durfte ich wieder ganz außergewöhnliche Menschen kennen lernen. Menschen, die sich teilweise seit vielen Jahren in ihren unterschiedlichen Wirkungsbereichen für einen nachhaltigen Lebensstil, die Entwicklung und Verbreitung umweltfreundlicher Technologien und Bewusstseinsbildung im Sinne einer lebenswerten Gegenwart und Zukunft einsetzen.

Doch nach dieser Lesung und Diskussion in einer kleinen Sonnenenergie- und Photovoltaikfirma in Oberösterreich war ich nicht nur von den Aktivitäten der ZuhörerInnen begeistert, sondern ganz besonders von dem Gefühl der Zusammengehörigkeit, das sich auch bei mir sofort einstellte, obwohl ich keinen der Anwesenden je zuvor gesehen hatte.

Natürlich interessieren sich für so speziellen Themen wie „Plastikmüllvermeidung“ meistens hauptsächlich einschlägig vorbelastete Menschen, doch ich vermeide es tunlichst, darüber zu lamentieren, dass „alle, die es nötiger hätten, eh nicht hier sind…“

Ich halte es für extrem wichtig, Menschen, die sich etwas außerhalb des Mainstreams auf die Suche nach einem – nennen wir es mal ganz allgemein – „sinnvollen Lebensstil“ begeben haben, zu vernetzen und zu bestärken. Und es hat sich in den letzten 3 Jahren als unglaublich befriedigend und erfüllend erwiesen, Kontakte mit ähnlich Gesinnten zu pflegen, Erfahrungen auszutauschen und sich immer wieder neue Impulse und Anregungen zu holen.

Es ist nicht zuletzt dieses gute Gefühl, des Zusammenhalts, der Zugehörigkeit zu einer noch etwas kleineren, aber doch beständig (und hoffentlich bis zur „richtigen“ Größe) wachsenden Gruppe, das mich nach über 3 Jahren noch immer motiviert, über das Thema, das mehr oder weniger zufällig „meines“ geworden ist, zu reden und zu schreiben.

Und es ist dieses gute Gefühl, das mir in den letzten Jahren geholfen hat, auch weit darüber hinaus Motivation und Engagement zu entwickeln.

In diesem Sinne hoffe ich noch auf einen langen und ausdauernden Austausch mit Euch und darauf, dass wir laufend mehr werden!!