Heute geht es um die wirklich „harten Brocken“ dieses umfassenden Themas.
Die Problematik des Geschirrspülens beschäftigt mich im Grunde genommen schon seit meiner Kindheit. Damals (meine Eltern hatten wie viele Leute zu dieser Zeit noch keinen Geschirrspüler) gab es beinahe täglich Diskussionen darüber, wer für den nächsten Abwasch zuständig sei. Trotz aller Versuche meiner Eltern, eine gerechte Reglung für mich und meine Schwester einzuführen, schafften wir es doch regelmäßig, die ungeliebte Tätigkeit wieder unserer Mutter zuzuschanzen. (Dass Männer auch die Fähigkeit haben, Geschirr zu spülen, war in den späten 70er Jahren offenbar noch nicht bekannt!). Jedenfalls habe ich mir schon damals fest vorgenommen, dass ich mich später einmal nicht so einfach von meinen Kindern und meinem Mann austricksen lassen würde.
Seit wir nun selber Kinder haben, haben wir allerdings auch einen Geschirrspüler, ein äußerst praktisches Gerät, das aber in letzter Zeit für mich ein wenig von seinem Glanz verloren hat. Nicht nur, dass sein Innenleben zum Großteil aus Plastik besteht, was in Verbindung mit heißem Wasser und „scharfen“ Spülmitteln bestimmt keine gesunde Mischung ergibt. Die allseits beliebten Geschirrspülertabs sind auch noch einzeln in Plastikfolie verpackt!
Seltsamerweise habe ich mich im Zuge der Recherchen für unser Experiment zum ersten Mal gefragt, warum diese Tabs eigentlich noch eine extra Hülle brauchen. Wenn man die Inhaltsangabe diverser Produkte allerdings einmal durchliest, fällt die Antwort darauf nicht schwer. Das Zeug ist derartig „giftig“ (vor allem Haut reizend), dass man es eben möglichst nicht direkt berühren sollte.
Auf der Suche nach Alternativen dachte ich anfangs, recht schnell fündig geworden zu sein. Eine DM Eigenmarke mit wasserlöslicher Folie schien die Lösung des Problems zu sein. Bei genauerem Nachfragen (Produktinformation der Firma!) stellte sich jedoch heraus, dass die lösliche Folie aus Polyvenylalkohol besteht – also aus Plastik. Ich fand es trotz der unleugbaren Müllreduktion nicht sehr befriedigend unser Geschirr noch zusätzlich mit Plastik zu umspülen.
Ein weiterer Nachteil dieses Produkts war, dass es mir durch die Zähigkeit der Folie nicht mehr gelang, die Tabs in der Mitte durchzubrechen und nur jeweils die Hälfte pro Waschgang zu verwenden, was sich in der letzten Zeit davor sehr bewährt hatte.
Ich machte mich also zunächst recht zuversichtlich auf die Suche nach einem plastikfrei verpackten Mittel in Pulverform, was ja bei Waschmittel für die Wäsche recht einfach zu finden gewesen war.
Ein „Plastikgesetz“ aus hygienischen Gründen?
Doch für Geschirrspülermittel gelten offenbar andere Gesetze. Trotz intensiver Suche (in Bioläden, Reformhäusern und Internet) ist es mir bisher nicht gelungen, ein Mittel zu finden, das unter der Kartonverpackung NICHT in Plastik verpackt ist. Ich begann in den Geschäften nach einer logischen Erklärung für diesen Umstand nachzufragen und bekam nach einigen erfolglosen Wochen in einem Bioladen in Graz folgende Auskunft: Es gibt offenbar eine Verordnung, die besagt, dass Mittel, die im Lebensmittelbereich eingesetzt werden, aus „hygienischen“ Gründen in Plastik verpackt werden müssen.
Obwohl es mir zu mühsam war diese Behauptung im Detail zu überprüfen, musste ich mich schließlich jedenfalls damit abfinden, dass hier keine plastikfreie Alternative zu finden ist.
Wer hat sich das nur ausgedacht? Wir waschen unser Geschirr mit Chemikalien, die so giftig sind, dass sie unsere Haut nicht berühren sollten und müssen diese gleichzeitig vor – wie auch immer gearteten – Verunreinigungen von außen mit Hilfe von Plastik schützen, damit diese (Verunreinigungen!) nicht über den Umweg des Geschirrspülens mit unseren Lebensmitteln in Berührung kommen? Eigentlich kann ich immer noch nicht glauben, dass das der tatsächliche Grund für die Unerlässlichkeit der Plastikhüllen sein soll. Vielleicht kann mir ja doch noch jemand eine schlüssigere Erklärung liefern.
Nun aber zur „Lösung“, die in diesem Fall ein Kompromiss ist:
Da unser Versuch, auf den Geschirrspüler gänzlich zu verzichten und stattdessen mit, auf dem Tischherd erwärmten Wasser händisch abzuwaschen, nach einigen Tagen abgebrochen werden musste (es fehlte hier einfach der Spaßfaktor), habe ich mich schlussendlich für ein pulverförmiges, phosphat- und chlorfreies Mittel der Firma Almawin entschieden. Dieses ist zwar auch in die obligate Plastikinnenhülle verpackt, hat aber weniger bedenkliche Inhaltsstoffe und kann äußerst sparsam angewendet werden.
Für das teilweise unvermeidliche Spülen mit der Hand lasse ich mir im Bioladen ein Mittel aus dem Großkanister (aus Plastik) in eine mitgebrachte Flasche abfüllen. Zuhause fülle ich das Mittel mit Hilfe eines Trichters in einen Seifenspender um. Man kann mit dem Seifenspender einfach viel sparsamer dosieren, als mit den sonst üblichen Plastikflaschen und dadurch hat sich der Verbrauch an Geschirrspülmittel bei uns drastisch reduziert. Und es gibt natürlich keine Plastikflaschen mehr, die entsorgt werden müssen.
Das ist eine wirklich einfache, sinnvolle und kostengünstige Lösung, die ich vorbehaltlos zur Nachahmung empfehlen kann. Wir kommen nun schon seit Oktober des Vorjahres mit einem Liter aus (also fast sieben Monate) und ich schätze, es wird noch sicher weitere zwei Monate reichen. Und einmal pro Dreivierteljahr hat wahrscheinlich fast jeder Mensch Gelegenheit, in einem Bioladen offenes Geschirrspülmittel zu kaufen (In Graz z.B. in der Kornwaage)
Neues Einsatzgebiet für einen alten Bekannten
Was das restliche „Werkzeug“ beim Geschirrspülen anbelangt, haben wir ebenfalls eine plastikfreie und sehr kostengünstige Variante entdeckt. Wir verwenden dafür jetzt Frottewaschlappen. Alle paar Tage werden sie einfach mit der Wäsche mitgewaschen. Das erspart uns die ständig stinkenden „Wettex“ und ähnliche Wegwerfprodukte. Wir sparen also in diesem Fall wieder einmal Geld, Müll und zusätzlich noch Gestank ein. Ich glaube, das ist eine „Win-win-win-Situation“ !