„Vielschichtiges“ Plastikweihnachten

Die Weihnachtszeit ist auch die Zeit des Einpackens und entspricht damit anscheinend einem menschlichen Grundbedürfnis.

Als unsere Kinder noch kleiner waren offenbarte sich ihr „Einpackbedürfnis“ oft in einer ganz extremen Variante. Sie bastelten, oft stundenlang, an einem aufwändig verpackten und verklebten Packerl. Beim Öffnen desselben stellte ich dann – anfangs noch mit großer Verwunderung – fest, dass das kleine Paket keinen Inhalt enthielt. Es ging den Kindern einfach nur um das Einpacken, Herschenken und Zuschauen, wie jemand auspackt.

Das verschafft offenbar Befriedigung und ich muss gestehen, dass ich dieses Phänomen auch von mir selbst (als Erwachsene wohlgemerkt!) kenne. Ich gehöre nämlich immer noch zu den Menschen, denen es prinzipiell Freude bereitet, Packerl zu machen und jemanden zu beschenken.

Allerdings gibt es schon seit längerem gewisse Erkenntnisse, die meine „Einpackfreude“ ein wenig trüben. Eine davon war gerade erst wieder in der Kleinen Zeitung (19.12.09, siehe auch Link im Weblog) nachzulesen.

Demnach fällt in der Zeit nach Weihnachten rund 30 Prozent mehr Verpackungsmüll an als im Rest des Jahres, vor allem Plastik und Papier. Ganz nebenbei landen auch noch unvorstellbare Mengen von noch original (in Plastik) verpackten unverdorbenen Lebensmitteln im Müll – aber das ist ein eigenes Thema, dem ich mich noch genauer widmen möchte, wenn es darum geht, was plastikfreie Ernährung kostet.

Die vielen Schichten des ganz normalen Verpackungswahnsinns

Wie viel Geld in all diesem Verpackungsmüll steckt, war in der Zeitung leider nicht nachzulesen. Sehr viele Dinge, die zu Weihnachten verschenkt werden, sind ja schon beim Kauf äußerst aufwändig, doppelt und dreifach verpackt. Elektrogeräte stecken zum Beispiel meist in Styropor, Plastikhülle und Karton und auch wenn das am Produkt nicht extra ausgewiesen wird, zahlt man diese Verpackung natürlich mit. An der Kassa kommt dann noch das obligate Plastiksackerl drüber (also eigentlich 4-fach Verpackung!). Zumindest die vierte Schicht könnte man da relativ einfach einsparen, indem bereits vorhandene Stoffsäcke oder Taschen mitgenommen werden.

Beim weihnachtlichen Einpacken wird dann oft noch beschichtetes Geschenkspapier verwendet, dass ebenfalls alles andere als günstig und umweltfreundlich ist (weder in der Produktion noch in der Entsorgung).

Angesichts der Tatsache, dass gerade der Kostenfaktor eines der häufigsten Argumente gegen „plastikfreies Einkaufen“ ist, würde es sich, denke ich durchaus lohnen, einmal darüber nachzudenken, ob wir nicht lieber bei diesen „Verpackungsorgien“ als bei unseren Lebensmitteln anfangen sollten, zu sparen.

Überraschungseffekt ohne Plastikhülle

Aber was wird nun aus all den netten, großen und kleinen Packerln? Sollen wir wirklich auf jegliche Verpackung verzichten und alles quasi „roh“ unter den Baum legen?

Natürlich gibt es auch in diesem Fall alternative Möglichkeiten. Mein plastikfreies Geburtstagsfest war diesbezüglich sehr lehrreich und ich war begeistert von der Kreativität meiner FreundInnen:

  • Die Variante, die mir persönlich fast am besten gefällt, ist das Einpacken mit altem Zeitungspapier und Bast oder Spagat (natürlich ohne Tixo!). Abgesehen davon, dass das sehr schön aussieht, kann man als kleine Draufgabe auch noch besondere Zeitungsartikel auswählen, die zum Beschenkten passen oder von denen man gerne hätte, dass er sie liest. (Das sollte man allerdings vorsichtshalber vor dem Auspacken dazusagen.)
  • Packpapier hat den Vorteil, dass man es nach belieben noch selbst gestalten (oder die Kinder damit beauftragen) kann. Da es, wenn kein Tixo verwendet wird beim Auspacken normalerweise ganz bleibt, kann es dann auch noch sehr gut als Zeichenpapier für die Kinder verwendet werden.
  • Ein weitere Alternative sind wieder verwendbare Geschenksackerln aus Stoff oder Papier, sowie Kartonschachtelen (auch Schuhkartons eigenen sich sehr gut).
  • Bei größeren Geschenken (speziell für Kinder) eignen sich auch Leintücher oder Decken sehr gut, um den „Überraschungseffekt“ zu gewährleisten.

Ich finde es passt sehr gut zu Weihnachten (denn dieses Fest hat doch etwas mit Hoffnung zu tun, oder?) bei der Verpackung der Geschenke ein wenig daran zu denken, dass wir alle etwas zur Vermeidung von Müll und zur Schonung von Ressourcen beitragen können und dass es am Ende vielleicht sogar noch ein gutes Gefühl erzeugt, wenn wir das versuchen….

In diesem Sinne wünsche ich allen LeserInnen viel Freude beim Einpacken und ein schönes Weihnachtsfest.

Putzen und Waschen (Teil 1): Das Putzgeheimnis

Vorweg eine gute Neuigkeit: Meine Freundin Sabine hat beim DM eine neue plastikfreie Taschentuchvariante entdeckt. Es handelt sich um eine DM-Eigenmarke („Soft&Sicher“) aus 100% Recyclingpapier in Kartonverpackung ohne Plastiklasche, die sogar mit dem Umweltzeichen „Blauer Engel“ ausgezeichnet ist. Ich weiß nicht, wie lang es diese Taschentücher schon gibt, aber ich finde es jedenfalls sehr erfreulich, dass ich Taschentücher jetzt auch wieder ganz in der Nähe kaufen kann.

Nun aber zum eigentlichen Thema:

Waschen, Putzen, Spülen,…

Die Tatsache, dass dieses wichtige Thema erst jetzt zum ersten Mal zur Sprache kommt, hat wohl nicht unwesentlich damit zu tun, dass die genannten Tätigkeiten nicht gerade zu meinen Lieblingsbeschäftigungen zählen. (Peter liebet sie übrigens genauso wenig.). Das hatte zumindest auch schon in der Vergangenheit den Vorteil, dass sich unser Putzmittelverbrauch eher in Grenzen hielt.

Vor allem in Badezimmer und WC kamen dann aber doch immer wieder relativ „scharfe“ Putzmittel zum Einsatz, wobei der sehr unwissenschaftliche Ausdruck „scharf“ für mich in diesem Fall auf „stark riechend“ (von Duft möchte ich in diesem Zusammenhang nicht sprechen!) bezieht.

Anscheinend kann man sich auch als relativ kritische Konsumentin (für die ich mich eigentlich schon seit längerem gehalten habe) dem „Vorher-Nachher-Effekt“, der in der Webung für all diese Produkte gezeigt wird, kaum entziehen. Anders kann ich es mir kaum erklären, dass ich jahrelang den „scharfen“ Geruch von diversen Putzmitteln automatisch mit Wirksamkeit in Verbindung gebracht habe.

Das Wunderwaschmittel aus der Werbung

Bei diesem Thema werden bei mir regelmäßig Kindheitserinnerungen wach: Das Wunderwaschmittel (ich weiß allerdings nicht mehr genau, ob es Omo, Ariel oder Persil war) aus der Fernsehwerbung, das ein vorher mit extremen Flecken übersätes Tischtuch nachher wieder strahlend weiß aussehen lässt. Ich kann mich noch erinnern, wie ich versucht habe, meine Mama davon zu überzeugen, dass sie ja nur mit diesem Waschmittel waschen müsse, und all die Flecken in unserem Gewand, über die sie sich manchmal aufregte, wären kein Problem mehr.

Irgendwann bildet man sich ein, diesen naiven Kinderglauben überwunden zu haben, aber die Beeinflussung sitzt anscheinend tief!

Umdenken vertreibt Kopfweh

Was bei mir allerdings schon in den letzten Jahren einen Umdenkprozess ausgelöst hat, ist die Tatsache, dass ich auf den Geruch von konventionellen Putzmitteln zunehmend mit Kopfweh und/oder Hustenreiz reagiert habe. Als durchschnittliche Konsumentin (in meinem Fall mit eher unterdurchschnittlichen chemischen Kenntnissen ausgestattet) hat man kaum die Möglichkeit die Inhaltsstoffe diverser Putz -und Waschmittel auf ihre Umweltverträglichkeit und gesundheitliche Wirkung zu überprüfen.

Obwohl es in meinem Freundes -und Bekanntenkreis einige Leute gibt, die meine Reaktionen (wegen der oben beschriebenen „Putzabneigung“) eher als psychosomatisches Phänomen abtun, habe ich schon lange vor unserem Experiment auf – zumindest aus meiner Sicht – eher „umwelt –und menschenverträgliche“ Putzmittel (meist von der Marke „Frosch“) umgestellt. Was die Verpackung anbelangt stellen diese allerdings auch keine Alternative dar. Fast alle Putz –und Waschmittel sind in Plastikflaschen oder zumindest in irgendeine Art von Plastikumhüllung verpackt und diese Verpackungen haben bisher einen beträchtlichen Teil unseres Plastikmülls ausgemacht.

Wo waren die Putzmittel vor dem Plastikzeitalter?

Auf der Suche nach Alternativen, hat mir wieder mal der Gedanke daran geholfen, wie Menschen früher, als es noch kein Plastik gab, an diese Dinge herangegangen sind…

Dadurch hat sich die Auswahl an Putzmitteln in unserem Badezimmer mittlerweile drastisch reduziert. Jetzt finden sich dort, wo früher ca. zehn verschiedene Plastikflaschen herumgestanden sind nur mehr eine Glasflasche mit Tafelessig und ein Karton mit pulverförmiger Zitronensäure (gibt es fast in jedem Drogeriemarkt). Vor allem Kalk lässt sich mit Essig ausgezeichnet lösen und man braucht auch nur ganz wenig davon. Die Zitronensäure wird eigentlich hauptsächlich für´s WC verwendet (ebenfalls sehr sparsam). Es ist ausreichend, ca. einen Esslöffel davon gut im WC zu verteilen, einwirken lassen und nachputzen. Das Ergebnis ist meiner Meinung nach mindestens ebenso gut wie mit herkömmlichen WC–Reinigern.

Beide Varianten haben außerdem noch den Vorteil, dass sie viel günstiger kommen als herkömmlich Putzmittel!

Alle, die sich nach diesen Schilderungen Sorgen um die hygienischen Zustände in unserem Haushalt machen, kann ich beruhigen. Unser Bad ist schon alleine dadurch, dass die vielen „Plastikstaubfänger“ entfernt worden sind, jetzt viel sauberer als früher und meine Freundin Sonja hat mich vor 3 Tagen erst gefragt, womit wir unsere Duschwand so wunderbar sauber bekommen (Essig!!!). Die plastikfreien Putzmittel zeigen also Wirkung. Früher hat mich jedenfalls nie jemand nach solchen „Putzgeheimnissen“ gefragt.

Auch Fenster lassen sich übrigens sehr gut damit putzen, was mich besonders freut. Nicht weil ich so gerne Fenster putze, sondern weil der Glasreiniger ganz besonders schlimme Kopfweh –und Hustenattacken ausgelöst hat – auch wenn andere Leute geputzt haben!

Sehr viele Dinge kann man im Übrigen auch einfach nur mit Wasser und einem Tuch oder einer Bürste sauber machen. Das probiere ich jetzt einfach viel öfter als früher aus, bevor ich überhaupt irgendeine Art von Putzmittel verwende.

Noch gesucht: Schmierseife ohne Plastik

Ein Bereich, wo ich noch keine optimale Lösung gefunden habe, sind die Holzböden. Früher haben wir dafür hauptsächlich flüssige Schmierseife verwendet, aber die gibt es nur in Plastik verpackt. Nur mit Wasser funktioniert es auch ganz gut, aber hin und wieder würde ich gern was dazu tun (zumindest für den Großputz, so ungefähr 2mal im Jahr). Vielleicht kennt da jemand ein altes Hausmittel oder irgendetwas, was man sich recht schnell und einfach selbst herstellen kann?

Weniger ist mehr!

Mein vorläufiges Resümee zum Thema „Putzen“ lässt sich jedenfalls ganz einfach mit dem altbewährten Spruch „Weniger ist mehr“ zusammenfassen (und zwar in jeder Hinsicht!), denn zuviel Putzen kann nicht nur Umwelt und Gesundheit beeinträchtigen, sondern vor allem auch der Laune schaden!

Fortsetzung folgt!

Es weihnachtet sehr

Das Phänomen des „Weihnachtens“ beginnt immer früher im Jahr……

Ab Mitte November kann es zum Beispiel ohne weiteres vorkommen, dass man auf den Straßen ein Gefühl wie „Weihnachten das ganze Jahr über“ bekommt (wie es vor zwei Jahren so treffend in der Werbung zu hören war). Nicht, dass die Ruhe so groß, die Stimmung so feierlich oder die Menschen so friedlich wären, nein, es ist einfach nur so unglaublich hell!!!

Bäume mit Lichterketten, Weihnachtssterne, Weihnachtsmänner, Weihnachtsengel, Weichnachtsschnee der von Bäumen „fällt“, Weihnachtssonne, Weihnachtsmond, Weihnachts… was auch immer, alles glitzert, leuchtet, blinkt elektrisch.

Stimmungsvoll! Oder doch nicht?

Plastik ist bei dieser Art der „Erleuchtung“ eher die Nebenerscheinung. Natürlich sind all diese Beleuchtungsobjekte größtenteils aus Kunststoff. Der wirklich große Brocken ist in diesem Fall aber wohl der gigantische Verbrauch an Energie und die damit verbundenen CO2- Emissionen – ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk an unser Klima, sozusagen.

Mich würde ja brennend (nicht im wahrsten Sinne des Wortes!) interessieren, wie viel CO2, Energie und natürlich auch Geld weltweit jährlich nur durch Weihnachtsbeleuchtungen in die Atmosphäre geblasen wird. Das hat bestimmt schon jemand berechnet, oder?

Das stimmt doch ein wenig „besinnlich“…

… was ja grundsätzlich in vorweihnachtlichen Zeiten nicht schaden kann: Natürlich, wir können uns das jetzt alles noch leisten. Aber müssen wir uns auch alles leisten, was wir uns leisten können? Oder leisten wir uns da am Ende etwas, was andere bezahlen (oder bezahlen werden)? Und was ist eigentlich mit den glänzenden Kinderaugen und dem flackernden Kerzenschein? Sieht man die nur nicht mehr, weil es so hell ist oder weil es soviel ist oder weil alles so schnell ist?

Hat es etwas mit dem Sinn von Weihnachten zu tun, wenn wochenlang elektrische Sterne in allen unmöglichen Farben über uns blinken? Und selbst wenn man zu denjenigen gehört, die sich dazu bekennen, dass Weihnachten ein sinnentleertes Konsumfest ist: Muss es deshalb wirklich auch noch das „Energieverschwendungshighlight des Jahres“ werden?

Und vor allem die Hauptfrage: Was hat das alles mit mir persönlich zu tun?

Womit wieder nahtlos an das Thema Plastik angeschlossen werden kann.

Wie ich lebe, was ich konsumiere, wie viel Licht ich brauche, um Weihnachten zu „spüren“, womit ich beschenke und womit ich die Geschenke einpacke……das alles sind meine Entscheidungen, bewusst oder unbewusst, aber sie haben in jedem Fall eine Wirkung!

Man muss gar nicht von Bürgermeister zu Bürgermeister pilgern, um sich für die Abschaffung der weihnachtlichen Straßenbeleuchtungen stark zu machen (obwohl ich das sofort unterstützen würde!). Es hilft schon, sich selbst und seine nähere Umgebung nicht auch noch mit elektrischen Beleuchtungskörpern die Vorweihnachtszeit zu erhellen.

Marlene hatte kürzlich auch einen ganz brauchbaren Vorschlag: „Die könnten die Lichter wenigstens ausschalten, wenn die Geschäfte alle zu sind. Dann sieht sie eh keiner mehr!“.

Leo meinte, dass Kerzen sowieso viel schöner wären und Samuel, der sich schon gerne mit technischen Details beschäftigt, überlegte, ob man die ganze Sache nicht mit Solarbetrieb in den Griff bekommen könnte.

Gut, dass es oft so einfache Antworten gibt.

P.S.: Peter wünscht sich überhaupt „dunkle Weihnachten“. Er hatte immer schon einen speziellen Sinn für Romantik.

Advent, Advent ein Lichtlein brennt

Da ich seit Jahren unseren Adventkranz selber binde und der dabei normalerweise übliche, mit grünem Plastik ummantelte, Bindedraht heuer natürlich nicht in Frage kam, dachte ich schon seit Beginn unseres Experiments über mögliche Alternativen nach.

Natürlich wäre es möglich gewesen, einfach einen nicht ummantelten Draht zu verwenden, aber irgendwie erschien mir diese Variante auch nicht wirklich befriedigend, da es mir ja – abgesehen von Plastik – auch prinzipiell ein Anliegen ist, keinen unnötigen Müll zu produzieren.

Außerdem hatte ich es noch lebhaft in Erinnerung, wie ich in den Jahren zuvor meistens irgendwann zwischen Februar und April (unsere Adventkränze „halten“ immer etwas länger) mühevoll und leise vor mich hinschimpfend, den Draht von den nicht mehr ganz frischen Tannenzweigen zu trennen versuchte, was teilweise damit endete, dass ein nicht unbeträchtlicher Teil des Geästs samt Draht im Restmüll landete.

Als ich schließlich beim Durchstöbern unserer Bastelladen eine Schachtel voll Bast fand, schien mir das die perfekte Lösung zu sein.

Was ich allerdings in meinem Überschwang nicht bedacht hatte, war die Tatsache, dass die physikalischen Eigenschaften von Bast, sich doch grundlegend von jenen des Bindedrahtes unterscheiden. Die formstabilen Eigenschaften des Drahtes haben nämlich den Vorteil, dass man ihn sozusagen „in einem Stück“ verwenden kann und der schon gebundene Teil des Kranzes, sich dennoch nicht auflöst. Bast hingegen ist eher spröde und reißt auch viel leichter. Man kann ihn also nur stückweise verwenden. Das hat beim Binden eines Adventkranzes recht schwerwiegende Folgen, da man jedes Büschel extra am Strohkranz festbinden muss. Der zeitliche Aufwand des Adventkranzbindens steigerte sich dadurch doch deutlich von bisher im Schnitt ca. einer Stunde auf diesmal ungefähr zweieinhalb Stunden.

Marlene und Leonard hatten  allerdings großen Spaß dabei, da sie mir im Gegensatz zu den letzten Jahren tatsächlich beim Binden helfen konnten. Mit großer Begeisterung schnitten sie mir Baststücke in entsprechender Länge zurecht, hielten die Büschel am Kranz fest, während ich sie festband und fertigten zwischendurch auch noch eigenen Adventschmuck aus den Resten des Materials an.

Am Ende waren wir jedenfalls alle mit dem Ergebnis der Aktion sehr zufrieden. Und irgendwann im Frühjahr werfe ich den gesamten Aufputz unseres Kranzes einfach auf den Komposthaufen.

Ein beinahe aussichtsloser Fall

Wie schon beschrieben, unser erster Versuch eines plastikfreien Einkaufs war nicht unbedingt von großem Erfolg gekrönt.

Beim  Thema Klopapier beispielsweise konnten wir zunächst keinen „plastikfreien Durchbruch“ erzielen. Dasselbe galt für Küchenrollen, Taschentücher und Servietten. All diese Produkte gibt es – wie sich recht schnell herausstellte – einfach nur mit Plastikhülle, zumindest ist es uns nicht gelungen, irgendwo etwas anderes ausfindig zu machen!

Nach sehr intensiven, aber erfolglosen Nachforschungen zum Thema „Klopapier und Co.“ in sämtlichen Bioläden von Graz, kam ich schließlich zur Erkenntnis, dass wir in diesem Fall wohl Kompromisse eingehen müssen. Da bis zum Start unseres Experiments aber noch ein wenig Zeit war, beschloss ich, einfach einmal Vorschläge aus unserem Freundes – und Bekanntenkreis zu sammeln.

Dabei stellte sich recht schnell heraus, wie brisant das Thema war. Viele unserer Freunde hatten sich offensichtlich schon darüber Gedanken gemacht, wie wir da in  Zukunft wohl vorgehen würden. Teilweise wohl auch aus Gründen des Selbstschutzes, denn wer kommt schon gerne in einen Haushalt ohne Klopapier. Und wir bekamen tatsächlich eine Menge – mehr oder weniger gut durchdachte – Vorschläge.

Hier nur eine kleine Auswahl:

  • Blätter, die von den Bäumen fallen (das war übrigens die Idee unserer Kinder!
  • Altes Zeitungspapier
  • Alte Waschlappen in Kombination mit einem Windelkübel mit Essigwasser, der einmal am Tag entleert wird, um den Inhalt bei 90 Grad zu waschen
  • Diverse Praktiken aus z.B. Indien (Stichwort „linke Hand“)
  • „Waschen statt Wischen“
  • Immer nur auswärts auf´s Klo gehen
  • Das Klopapier (natürlich nur einzelne Rollen ohne Plastik!) von den doch recht zahlreichen Gästen unseres Hauses jedes Mal als „Eintrittspfand“ abkassieren

All diese Alternativen erschienen uns allerdings bei näherer Betrachtung nicht wirklich praktikabel – zumindest nicht über einen längeren Zeitraum!

Daher war ich wirklich sehr erleichtert als ich schließlich doch noch einen ernstzunehmenden Tipp von meiner Freundin Sabine erhielt. Sie meinte, im Großhandel (Metro) noch vor kurzem Großpackungen Klopapier in Karton verpackt gesehen zu haben.

Als ich kurz darauf mit Marlene in Graz war, machten wir also einen Abstecher zu Metro.

Am Anfang hatte ich eher den Eindruck in eine riesige, unüberschaubare Plastikwelt geraten zu sein (ich war vorher auch noch nie dort), aber nach ungefähr einer halben Stunde (wir hatten in dieser Zeit zumindest auch kompostierbares Einweggeschirr und Besteck entdeckt), stießen wir schließlich doch noch auf ein plastikfreies „Klopapier – Servietten – Taschentücher – und Küchenrollenersatzprodukt“: 2–lagige Papierhandtücher (aus Recyclingpapier) in einer 20 mal 160 Stück-Packung aus Karton um 25 €!

Das „echte“ Klopapier war leider auch hier in Plastik verpackt.

Ein weiterer Problemfall löst sich

Wir waren dennoch begeistert und  entdeckten auf dem Rückweg zur Kassa auch gleich noch die Lösung für ein anderes bis dato ungelöstes Problem: Hier gab es „Barillia“-Nudeln in verschiedenen Sorten in der Großpackung (1kg, was für unsere Familie ohnehin nicht allzu groß ist) nur in Karton verpackt, ohne Plastiksichtfenster! Bisher hatte ich nämlich lediglich Lasagneblätter in dieser Form verpackt gefunden. Die sind anscheinend so „unattraktiv“, dass man den Konsumenten kein Plastiksichtfenster zumuten kann….

Das plastikfreie „Klopapierersatzprodukt“ bewährt sich

Jedenfalls haben sich unsere Papierhandtücher mittlerweile (der besagte Einkauf ist jetzt schon mehr als 2 Monate her!) bestens bewährt.

Da sie im Ganzen etwas zu groß sind und dadurch Verstopfungsgefahr gegeben wäre, schneiden wir sie packerlweise in der Mitte auseinander, bevor wir sie in unser schönes Klopapier-Körberl legen!

Die Qualität des Papiers ist für alle genannten Zwecke geeignet (wir haben jetzt allerdings auch noch feinere Taschentücher in Form von Karton verpackten Abschminktüchern) und als Klopapier haben die zerschnittenen Papierhandtücher auch noch den Vorteil, dass keines der Kinder mehr an einer Rolle unkontrolliert anreißen und für einen Klogang die Hälfte davon verbrauchen kann!

Insgesamt haben wir in den letzten zwei Monaten erst sechs der 20 Packerln verbraucht, was einem Gegenwert von 7 € 50 entspricht und somit meiner Meinung nach auch noch eine sehr günstige Variante darstellt.

Von unseren Freunden und Bekannten hat sich auch noch niemand beklagt und mir ist zum Glück auch noch nicht aufgefallen, dass es weniger geworden wären….

Plastikfreie Einkaufsliste

(Fortsetzung zu „Es gibt sie doch: Lebensmittel ohne Plastik“)

Schon in der Vorbereitungszeit unseres Experiments haben wir festgestellt, dass es grundsätzlich nicht so schwierig ist, Lebensmittel ohne Plastik einzukaufen, besonders wenn es sich um frische Ware handelt. Dennoch haben sich auch bald einige Dinge herauskristallisiert, die nicht so einfach in jedem Supermarkt zu finden sind.

Vieles davon lässt sich aber in diversen Bioläden, Reformhäusern, im Bio-Supermarkt oder auf Märkten finden; in unserem Fall teilweise auch bei Landwirten in der unmittelbaren Umgebung.

Einige Möglichkeiten möchte ich an den folgenden Beispielen aufzeigen:

  • Milch: Da uns die Mutter meiner Freundin Sabine dankenswerter Weise eine alte Metallmilchkanne zur Verfügung gestellt hat, holen wir die Milch zurzeit bei einem Bauern ganz in unserer Nähe. Außerdem habe ich in verschiedenen Bioläden und auch im Bio-Supermarkt noch Milch in Glasflaschen gefunden. Leider kommt die Einzige, die einen Metallschraubverschluss hat aus Deutschland, aber auch bei den Flaschen mit Plastikdeckel, hat man den Vorteil, dass die Milch ja damit kaum in Berührung kommt, und vor allem eine Menge Müll vermieden werden kann! In Graz gibt es auch noch mehrere Milchautomaten!
  • Sauerrahm, Schlagobers, Joghurt: Gibt es ebenfalls in Bioläden und teilweise auch mit Metallschraubverschlüssen.
  • Topfen: Habe ich in mehreren Bioläden „offen“ gefunden. Er schmeckt viel besser als herkömmlicher „Packerltopfen“. Ich lasse ihn mir in ein kleines Rexglas füllen.

Ohne Plastik schmeckt’s besser!

Ich finde, bei all diesen Produkten lohnt sich der (teilweise) etwas höhere Preis absolut und zwar nicht nur wegen der Gesundheits- und Umweltaspekte, sondern weil sie wirklich viel besser schmecken, als herkömmlich verpackte.

Was man allerdings bedenken sollte, ist die teilweise kürzere Haltbarkeit. Dasselbe gilt übrigens auch für Käse und Wurst, wenn man sie offen kauft. Da wir unsere Einkäufe aber jetzt ohnehin etwas genauer vorausplanen als früher, ist das kein Problem. Ich habe im Gegenteil sogar eher das Gefühl, dass uns vor dem Experiment öfter als jetzt etwas schlecht geworden ist, da es in der Fülle des Angebotes im Kühlschrank übersehen wurde.

  • Müsli: Offen im Bioladen in sehr guter Qualität (verschiedene Mischungen) und teilweise sogar günstiger als abgepackte Müslis. „Gittis“-Müsli gibt es wie schon erwähnt auch in Papier und Kartonpackung.
  • Gewürze, Vanillezucker: Das war zuerst ein echter Problemfall. Ich hatte es schon fast aufgegeben da noch etwas ohne Plastikverpackung zu finden, als mir Brigitta bei meinem Geburtstagsfest den entscheidenden Tipp gab. Ein kleines Geschäft in der Grazer Innenstadt („Brantner“) entpuppte sich als das wahre Gewürzeparadies. Hier werden die Gewürze auch noch in großen Gläsern aufbewahrt und man kann sich alles in Papiersackerl oder mitgebrachte Behälter abfüllen lassen. Ich finde, es lohnt sich nach solchen und ähnlichen Geschäften zu suchen. Gewürze lassen sich ja gut auf Vorrat kaufen und somit kann man sich, wenn man ohnehin in der Nähe ist, gleich für einen längeren Zeitraum eindecken. Das ist für uns ziemlich wichtig, weil es ein Teil unseres Experiments ist, dass wir keine extra Wege (vor allem nicht mit dem Auto!) fahren wollen.
  • Rosinen, Nüsse, Mandeln,Trockenobst: Auch hier bin ich in Bioläden und teilweise auch auf Bauernmärkten fündig geworden. Allerdings sollte man sich immer einen Behälter oder Papiersackerl mitnehmen, da auf den Märkten leider fast immer nur Plastiksackerl verwendet werden.
  • Kaffee: Als leidenschaftliche Kaffeetrinkerin werde ich dieses Thema ein wenig ausführlicher behandeln. Es gibt zwar z.B. bei Tchibo offenen Kaffee zu kaufen (und man kann ihn sich sogar in Papiersäcke verpacken lassen, aber nicht in der von mir bevorzugten Bio-und Fairtrade Qualität. Allerdings hatte ich letzte Woche (als ich diesbezüglich wieder mal in einer Tchibofiliale vorsprach) das Glück, dass gerade ein so genannter „Raritätenkaffee“ offen erhältlich war. Dabei handelt es sich laut Auskunft der Verkäuferin um spezielle Kaffeesorten in Bioqualität aus kleinen Anbaugebieten, wo auf  Natur schonenden Anbau geachtet wird. Ich hoffe sehr, dass es stimmt, was sie mir gesagt hat, denn dieses Produkt hat einen doch recht stolzen Preis: 8,99 € für ein halbes Kilo!

Konsum und Lebensqualität – ein neues Verhältnis entsteht

Nach einigem Nachdenken, nahm ich mir vor, etwas weniger Kaffee zu trinken. Denn dieser Preis entspricht genau dem, was Kaffe eigentlich ist: Ein Luxusgut, das in der Produktion extrem viel Wasser und Energie verbraucht und auf jeden Fall nur über sehr lange Transportwege zu uns kommt. Wenn man so ein Produkt dann auch noch billig und in großen Mengen konsumieren will, ist die Plastikverpackung wahrscheinlich nicht das größte Problem – weder für die Umwelt, noch für die Gesundheit.

Am Beispiel Kaffee lässt sich also sehr gut erkennen, wie komplex die Zusammenhänge und Probleme sind, wenn man beginnt, sich kritisch mit dem eigenen Konsumverhalten auseinander zu setzen. Eine Frage, die wir uns diesbezüglich sicher alle stellen dürfen, beschäftigt mich momentan sehr: Wie viel Konsum und vor allem welche Art von Konsum trägt wirklich zu einer guten Lebensqualität bei?

Oder, um es noch einmal am Beispiel Kaffee zu konkretisieren:

Was verändert sich für mich, wenn ich nur mehr 1 Tasse Kaffee (in Bio-Qualität, ohne Plastikverpackung um rund 9 € pro halbem Kilo) pro Tag trinke, anstatt 2 bis 3 Tassen (konventionell angebaut und verpackt um rund 3 € pro halbem Kilo)?

Solche und ähnliche Fragen für uns zu beantworten, ist jedenfalls ein sehr wichtiger Aspekt unseres Experiments.

Billig kommt oft teuer

Da Werner letzten Donnerstag zu einer Sondervorstellung von „Plastic Planet“ nach Graz gekommen war, hatte ich mir den Film mit ein paar FreundInnen noch einmal (zum 3. Mal!) angesehen.

Bei der anschließenden Podiumsdiskussion war auch Ulrike Kabosch von der Arge Abfallvermeidung anwesend. Sie empfahl unter anderem eine Broschüre des Lebensministeriums als Leitfaden für den Einkauf von Schulartikeln. Da ich in diesem Bereich noch kaum gute Alternativen gefunden hatte, erhoffte ich mir natürlich ein paar brauchbare Tipps für den nächsten „Schuleinkauf“.

Clever einkaufen für die Schule – die Kinder haben es gewusst!

Es ist doch schön, wenn man von seinen Kindern lernen kann! – das war der vorherrschende Gedanke beim Durchblättern der Broschüre „Clever einkaufen für die Schule“. Marlenes Unzufriedenheit mit den ständig abbrechenden Farbstiften, unzählige zerbrochene Plastikspitzer und Lineale, ein Billigfederpennal mit Füllung, das nach zwei Wochen Gebrauch bereits in ebenso viele Teile zerfallen war,….das alles erschien vor meinem geistigen Auge. Gleichzeitig fielen mir auch wieder Marlenes mahnende Worte dazu ein: „Mama, wir  müssen endlich g´scheite Stifte kaufen! Das bringt nix, wenn du immer wieder das gleiche Klumpert kaufst!“

Als wir im Zuge unserer Hausräumaktion die große Plastikbox, die zur Aufbewahrung der Stifte gedient hatte, entfernten und den Inhalt in eine Holzkiste umfüllten, wurde mir bewusst, wie viele kaputte oder halbkaputte Stifte, Spitzer, Lineale,…usw. die Kinder im Laufe der Jahre „gesammelt“ hatten. Schon damals schwante mir, dass in Summe gesehen, vielleicht doch die Anschaffung von qualitativ hochwertigeren Schreibgeräten günstiger gewesen wäre.

Billig ist manchmal gefährlich

Abgesehen davon wurde mir beim genaueren Studium der Broschüre auch klar, dass man die „Billigprodukte“ auch in diesem Bereich zumindest teilweise mit einem deutlich höheren Gesundheitsrisiko bezahlt. Das gilt vor allem für alle Arten von Schreibgeräten und Farben, Klebstoffe und Radiergummis (die teilweise sogar aus PVC bestehen!) umso mehr, da sie ja bei Kindern sehr oft mit der Haut in Berührung kommen und teilweise auch in den Mund genommen werden.

Es lohnt sich also in jedem Fall Produkte zu wählen, die möglichst wenige Schadstoffe enthalten. Abgesehen davon kann man durch den Kauf von nachfüllbaren Stiften, Klebstoffen und Tintenpatronen (Konvertern) den Plastikmüll deutlich reduzieren.

Ich möchte diese Broschüre wirklich allen Eltern mit schulpflichtigen Kindern sehr ans Herz legen, vor allem weil auch alle gängigen Kennzeichnungen, auf die man achten sollte, darin genau erklärt sind.

Wir werden vorerst einmal die Füllfedern der Kinder mit Konvertern (2€/Stück) nachrüsten, die dann aus dem Tintenfass zu befüllen sind. Ich bin schon ziemlich gespannt, wie das funktioniert. Das wird unter Umständen eine lustige Geschichte…

Bei Klebstoffen gibt es zum Beispiel von UHU eine ganze Palette von nachfüllbaren und Lösungsmittel freien Produkten, die mir auch für Schulklassen sehr geeignet erscheinen.Vielleicht gelingt es mir, so etwas zumindest für die Volksschulklasse von Leonard durchzusetzen.

Außerdem werde ich in Zukunft unlackierte Stifte mit gut eingeleimter Mine (bricht nicht so leicht!), Radiergummis aus Naturkautschuk, Metallspitzer, Holzlineale, nachfüllbare Textmarker und Wachsmalstifte mit Papierumhüllung kaufen. Um die hochwertigeren Stifte auch wirklich gut aufbrauchen zu können, werde ich außerdem noch so genannte „Stiftverlängerer“ besorgen.

Marlene kommentierte meine neuen Erkenntnisse übrigens schelmisch grinsend lediglich mit einem: „Na, früh kommst drauf!“

Die Nachttischlampe. Oder: Wie ein plastikfreies Geschenk alles ins Rollen brachte

Meine Nachttischlampe ( Halogenlampe aus blauem Kunststoff, Anschaffungspreis rund 5 €) hat ein bewegtes Leben hinter sich.

Da neben meinem Bett eigentlich nie wirklich Platz für ein Nachtkasterl war, musste sie lange Zeit ihr Dasein auf dem Boden neben dem Bett fristen, zumeist eingebettet in einige Bücherberge, Zeitungen und diverse Schreibunterlagen. Manchmal habe ich sie sogar zum Lesen ins Bett geholt, wenn die Bücherberge zu hoch wurden…

Plastik ist doch so praktisch…

Der Zustand war aber doch ein wenig unbefriedigend, da sich das ganze Szenario direkt vor meinem Kleiderkasten abspielte und ich sowohl Lampe ( Plastik ist ja so leicht…) als auch Bücherberge zumindest bei jedem zweiten Versuch, Kleidung aus dem Kasten zu holen, zu Fall brachte. Das wurde auch nicht besser, als ich  – damals, einige Zeit bevor ich „Plastic Planet“ gesehen habe und der Film mein Leben veränderte! – das ultimative Plastikergänzungsstück zu meiner Lampe gefunden hatte, nämlich eine durchsichtige Plastikkiste auf Rollen mit blauem Plastikdeckel, die bis zu unserem Experiment als bewegliches Nachtkasterl gedient hat. Sehr praktisch – zumindest auf den ersten Blick….Mein morgendliches Ungestüm führte aber immer wieder dazu, dass ich das „Nachtkasterl“ weiter wegrollte, als es die Kabellänge meiner Lampe zuließ und es dadurch zu mehr oder weniger starken Kettenreaktionen kam. Diese „Abstürze“ machten meine Lampe nicht gerade schöner, aber zugegeben, sie war ja ohnehin nie besonders hübsch.

Ein Geburtstagsgeschenk bringt alles ins Rollen

Auch als ich während der Vorbereitung meines Geburtstagsfestes beschloss, mich von dem rollenden Plastikungetüm neben meinem Bett zu trennen und ein gebrauchtes Nachtkasterl auf meine Geburtstagswunschliste zu setzen, wurde die Lampe noch nicht in Frage gestellt. Erst als ich dann das schöne alte Nachtkasterl, das ich von Werner zum Geburtstag bekommen hatte, an seinen Platz stellen wollte, fiel die Plastiklampe wirklich negativ auf!

Noch ein  Überraschungsgeschenk von Werner

Bei seinem nächsten Besuch brachte Werner dann noch ein nachträgliches Geburtstagsgeschenk mit: Eine wunderschöne Edelstahllampe, die die Firma Polzhofer (die offenbar durch Werner auf mein Lampendilemma und das Experiment aufmerksam geworden war)  mir geschenkt hatte.

Das einzige Plastikteil daran ist das Kabel. Die Lampe ist groß und wunderschön und kann einfach nicht vor einem Kleiderkasten auf einem Nachtkasterl stehen, das ständig hin– und hergeschoben wird. Wir werden also diese beiden wunderbaren neuen Stücke zum Anlass nehmen, die Umstellung unseres Schlafzimmerinventars (von der wir eigentlich eh schon seit Jahren reden) endlich wirklich durchzuführen!

Für die alte Lampe suchen wir noch einen „Gnadenbrotplatz“ – vielleicht in Peters Werkstatt…???

Der erste Versuch eines plastikfreien Einkaufs

Die Anfangsschwierigkeiten bei unserem Experiment wollen wir Ihnen/Euch nicht vorenthalten. Schon vor Beginn des Experiments führten wir Recherchen durch, um Vorbereitungen zu treffen. Wir wollten (und wollen!) das angestrebte Ziel „zumindest ein Monat lang plastikfrei zu leben“ auch tatsächlich in unserem Familienalltag umsetzen. Hier nun ein Bericht vom ersten Versuch eines plastikfreien Einkaufs:

Voller Zuversicht zur Einkaufstour nach Graz

Nachdem wir beschlossen hatten, uns auf ein plastikfreies Einkaufsexperiment einzulassen, begaben wir uns voller Zuversicht auf eine gemeinsame Einkaufstour nach Graz, um den ersten „Problemfällen“ an den Leib zu rücken.

Auf unserer Liste standen unter anderem folgende Dinge:

–          1 Milchkanne aus Metall und/oder Milch in Glasflaschen

–          3 Metalljausenboxen für die Kinder

–          Zahnbürsten aus Holz oder Naturkautschuk mit Naturborsten

–          Klopapier, Taschentücher und Küchenrollen ohne Plastikumhüllung

–          Geschirrspülmittel (auch für den Geschirrspüler) ohne Plastikverpackung

Das alles müsste in einer Stadt wie Graz wohl zu finden sein – dachten wir zumindest zu diesem Zeitpunkt noch. Meine erste Station war ein bekannter Bioladen in Graz (Kornwaage), wo ich mich vor allem nach Hygieneartikeln, Wasch- und Putzmitteln umsehen wollte. Peter begab sich mit den Kindern inzwischen auf die Suche nach Milchkanne und Jausenboxen.

Dringliche Problemfälle zeigen sich hartnäckig

Mir wurde recht schnell klar, dass sich nicht alle meine Hoffnungen hier erfüllen würden. Einer der Hauptproblemfälle blieb gänzlich ungelöst. Klopapier ohne Plastikhülle gab es hier nicht und laut Auskunft der Verkäuferin auch sonst nirgends.

Auch die Wasch – und Putzmittelfrage war nicht einfach zu lösen. Fast alles war in Plastikflaschen abgefüllt und bei den wenigen pulverförmigen Mitteln war unter dem Karton fast immer noch eine Plastikfolie eingebaut. Immerhin fand ich ein Waschpulver der Marke Ecover ohne Plastikinnenleben und lustigerweise sogar mit einem Messbecher aus Karton!

Die flüssigen Mittel kann man sich wenigstens aus einem größeren Plastikkanister nachfüllen lassen, wozu man natürlich auch mitgebrachte Behälter aus Metall oder Glas verwenden könnte. Das wäre zumindest ein sinnvoller Beitrag zur Müllvermeidung. Ein weiterer – aus meiner Sicht sehr entscheidender – Vorteil  ist, dass diese Mittel  bezüglich ihrer Inhaltsstoffe weitaus umwelt – und gesundheitsverträglicher sind als herkömmlich Putz – und Waschmittel.

Und immer wieder Plastikdeckel

Während ich mich zumindest über offenes Müsli, Haferflocken und Getreide (übrigens kaum oder gar nicht teurer als gleichwertige in Plastik verpackte Ware) sowie Topfen, Schlagobers, Sauerrahm, Joghurts und Milch im Glas (wenn auch teilweise mit Plastikdeckel) freute, bekam ich einen Anruf von Peter, der auf der Suche nach Milchkanne und Co. schon vier Geschäfte abgeklappert hatte und  ein wenig entnervt klang (wie gesagt: alle drei Kinder wollten mit ihm einkaufen gehen….).

Milchkannen gab es zwar in Email-Qualität, aber nur mit Plastikdeckel (angeblich wegen der Dichtheit) und die Alujausenboxen, die er gefunden hatte, erschienen ihm zu groß und zu teuer.

Problemfall Zahnbürste

Ein weiteres ungelöstes Problem blieben zu diesem Zeitpunkt die Zahnbürsten. Wo gibt es Zahnbürsten, die nicht aus Plastik bestehen?

Resümee nach dem ersten Versuch

Am Ende unseres ersten plastikfreien Einkauftages, hatten wir leider noch keinen unserer Problemfälle gelöst, aber immerhin  eine wichtige neue Lebensmittelbezugsquelle entdeckt.

Fortsetzung folgt!

Es gibt sie doch: Lebensmittel ohne Plastik

Es gibt eine gute Nachricht: Obwohl sehr viele Menschen es in der Fülle des „Plastikangebotes“ in Supermärkten nicht mehr wahrnehmen, gibt es sie noch – Lebensmittel ohne Plastikverpackung! Und entgegen so manche Prophezeiung schaffen wir es nun doch schon seit mehr als einer Woche, uns sehr gut (sowohl qualitativ als auch quantitativ) davon zu ernähren.

Nicht lebensnotwendig, aber unverzichtbar: plastikfreie Chips dringend gesucht!

Mein leichter Gewichtsverlust ist aber auf einen ungelösten Problemfall zurückzuführen, denn als leidenschaftliche „nach dem Abendessen Kartoffelchips-Nascherin“, fehlen mir jetzt anscheinend doch ein paar Kalorien. Aber da ich das „Problem“ jetzt erkannt habe, werde ich mir wohl hin und wieder Chips selber machen oder Nüsse essen (ist ja eh viel gesünder!).

Trotzdem ein dringender Aufruf: Sollte irgendjemand Kartoffelchips kennen, die nicht in Plastik verpackt sind, bitte bei mir melden. Dafür gibt es einen speziellen „Antiplastik-Orden“ von mir persönlich!

Aufmunternde Einkaufsliste für alle, die gleich mal einen Selbstversuch starten wollen

So, nun aber zu unserer ersten plastikfreien Lebensmittel-Einkaufsliste. Damit es nicht gleich zu schwierig wird, fange ich erstmal mit den Dingen an, die wir in verschiedenen Supermärkten wie Spar, Billa, Nah und Frisch, Merkur und teilweise sogar beim Hofer gefunden haben.

(Die Lebensmittel, die es auch beim Hofer ohne Plastikverpackung gibt, habe ich extra mit einem * gekennzeichnet.)

  • Brot
  • Gebäck
  • Käse
  • Wurst
  • Fleisch
  • Obst und Gemüse (z.B.: Zwiebel, Kraut*, Rettich, Rote Rüben, Tomaten*, Sellerie*, Lauch, Paprika*, Karfiol*, Erdäpfel, Knoblauch, Äpfel, Bananen, Orangen, Zwetschken,…)
  • Mehl*
  • Zucker*
  • Gries
  • Haferflocken*
  • Nudeln („Despar“ nur beim Spar und „Barillia“ im Großhandel)
  • Butter* (das ist noch ein “Streitfall“, aber dazu gibt es eine eigene Geschichte; vorläufig gehe ich davon aus, dass Butterverpackung kein Plastik beinhaltet)
  • Reis*
  • Semmelbrösel*
  • Tee*
  • Marmelade*
  • Honig*
  • Eier*
  • Müsli (bis jetzt nur „Gittis“ in der kleinen Packung)
  • Ketchup
  • Senf
  • Majonaise
  • passierte Tomaten
  • Salz
  • Essig*
  • Öl*
  • Kakao
  • Mineralwasser

Die Liste erhebt natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Manche der angeführten Lebensmittel (wie zum Beispiel Eier) gibt es zum Glück überhaupt nur in Karton. Bei den meisten hat man aber die Wahl. Und das bedeutet, dass wir als Konsumentinnen und Konsumenten mit unserer Kaufentscheidung unmittelbar Einfluss nehmen und etwas bewirken können! Mir das bewusst zu machen, ist für mich ist ein gutes Gefühl.

Ein Kompromiss

Einen Kompromiss mussten wir allerdings eingehen: Wir akzeptieren die Kunststoffdichtung, die sich in den Drehverschlüssen von diversen Gläsern befindet. Die Auswahl an Lebensmitteln wäre sonst tatsächlich sehr gering.

Noch ein Tipp zum Abschluss

Für den plastikfreien Einkauf von Käse, Wurst und Fleisch nehme ich entweder einen eigenen Behälter aus Metall oder Glas mit, oder ich bitte die Verkäuferin oder den Verkäufer, mir die Ware nur in ein Papiersackerl zu verpacken. Das funktioniert sehr gut. Manchmal löst es zwar ein wenig Verwunderung aus, aber es wurde mir noch nie verweigert.

Fettfleckprophezeiung und beherzter Serviettentrick

Nur einmal war es ein bisschen schwierig: Als ich unlängst für Samuel und mich einen Kornspitz mit warmem Schweinsbrüstel und Senf nur in ein Papiersackerl verpackt haben wollte, löste das bei der Verkäuferin massive Zweifel an der „Beständigkeit“ dieser Kombination aus. Während der Zubereitung wiederholte sie einige Male kopfschüttelnd ungefähr Folgendes: “Das wird ihnen auseinander fallen, dann haben´s den ganzen Senf und das Fett im Sackerl und das ist net dicht, dann haben´s das alles überall…“. Da mir die Ernsthaftigkeit ihrer Bedenken zu Herzen ging und ich grundsätzlich ein kompromissbereiter Mensch bin, stimmte ich schließlich ihrem Vorschlag zu, die beiden Kornspitze noch in eine Serviette einzudrehen, bevor sie ins Papiersackerl kamen. So waren wir beide zufrieden und beim anschließenden Verzehr der Kornspitze war ich für die Serviette wirklich sehr dankbar!

Fortsetzung folgt: „Plastikfreie Einkaufsliste für Fortgeschrittene“